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Schülerinnen des Gymnasiums am Stefansberg Merzig siegen im Statistikwettbewerb

Wettbewerb : Zahlen, Daten, Fakten jagten ihnen keinen Schrecken ein

Schülerinnen des Gymnasiums am Stefansberg holen Bundessieg bei Europäischem Statistikwettbewerb – Filmabend an diesem Freitag, 17. Mai.

Lotto, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bevölkerungsentwicklung, Bauen und Wohnen – Statistiken, Zahlen und Fakten begegnen einem überall im Alltag. Eine Gruppe von drei Schülerinnen des Gymnasiums am Stefansberg (GaS) hat nun – dank ihres souveränen Umgang mit verschiedenen Zahlenwerken – den Europäischen Statistikwettbewerb auf Bundesebene gewonnen. Roxana Dziuba, Gabi Krause und Leonie Reichert werden  die Bundesrepublik nun auf europäischer Ebene vertreten. „Die besten Statistikerinnen Deutschlands kommen vom Stefansberg-Gymnasium“, schreibt Schulleiter Albert Ehl dazu. Die Freude bei den drei Schülerinnen war riesengroß, als das Statistische Bundesamt bekanntgab: Sieger des deutschen Vorentscheids beim Wettbewerb European Statistics Competition, ist das Team „2behonest“ des GaS.

Damit hatten die drei Mädchen aus der neunten Klasse wirklich nicht gerechnet, gibt Roxana Dziuba offen zu: „Wir hätten niemals damit gerechnet, dass wir die nationale Phase gewinnen würden und dadurch an der europäischen Phase teilnehmen dürfen.“ Schließlich waren die Aufgaben des Wettbewerbs anspruchsvoll und vielfältig, die Konkurrenz sehr groß. Mehr als 60 Teams mit 160 Schülern aus ganz Deutschland waren im Januar in zwei unterschiedlichen Altersklassen an den Start gegangen.

Die drei Neuntklässlerinnen aus Merzig nahmen – unterstützt von ihrer Mathelehrerin Nora Rütz – in der Kategorie B für die Klassenstufen 8 bis 10 teil. „Als wir von diesem Wettbewerb gehört hatten, wollten wir unbedingt mitmachen, weil wir uns erhofft haben, uns so einen besseren Umgang mit Statistiken aneignen zu können. Schließlich wird man im Alltag häufig mit Statistiken konfrontiert“, berichtet Gaby Krause.

In der ersten Ausscheidungsrunde warteten auf die drei Merziger Mädchen Multiple-Choice-Aufgaben. Sie mussten online drei Tests bearbeiten, bei denen es zunächst generell um Basiswissen, dann um die Nutzung von amtlichen statistischen Datenquellen und schließlich um die Interpretation von statistischen Berichten ging. Mit 32 Teams schaffte es nur etwa die Hälfte der gestarteten Mannschaften, sich für die zweite Wettbewerbsrunde zu qualifizieren. Die Schülerinnen aus Merzig waren sicher dabei, sie zählten in Runde eins zu den besten.

Jetzt war ihr Ehrgeiz richtig geweckt, verrät Gaby Krause. Nun hatten die Mädchen die Aufgabe, einen Mikrodatensatz nach eigenen Ideen zu analysieren und in einer Präsentation darzustellen. Roxana, Gabi und Leonie entschieden sich, den Gender Pay Gap zu untersuchen. Hierbei analysierten sie die Lohnunterschiede bei Männern und Frauen, nahmen mögliche Einflussfaktoren wie Bildungsstand, Berufswahl oder Beschäftigungsumfang genauer unter die Lupe und stellten  alles mit Hilfe von selbst gestalteten Statistiken dar. Roxana Dziuba: „Nach dem Auswerten unserer vielen verschiedenen Statistiken haben wir herausgefunden, dass Männer im Berufsleben tatsächlich mehr verdienen als Frauen, was wir zuerst für ein Vorurteil hielten.“

Am Ende meisterten die drei Mädchen auch diese Aufgabe überzeugend. Nun messen sich die Merziger Schülerinnen mit den besten Teams aus insgesamt 15 EU-Ländern. Lampenfieber kennen die Drei trotz der hochkarätigen europäischen Besetzung aber nicht – im Gegenteil: Die Aufgabe, ein zweiminütiges Video zum Thema „Europa im Spiegel der Statistik“ zu drehen, ist bereits fertiggestellt. Dafür haben die Neuntklässlerinnen mit Lehrerin Nora Rütz einen Teil ihrer Osterferien geopfert und sich in der Schule zum Besprechen, Drehen und Schneiden des Filmmaterials getroffen.

Ob dieser Coup den Mädels gelingt, entscheidet sich Anfang Juni. Aber egal, wie die drei Merzigerinnen international abschneiden, Lehrerin Nora Rütz ist mehr als zufrieden: „Ich bin absolut beeindruckt davon, was meine Schülerinnen geleistet haben. Es wurde ihnen nicht nur fachliches Wissen abverlangt, sie mussten auch ihr Können beim Recherchieren, Auswählen und Darstellen geeigneter Daten unter Beweis stellen und ihre Erkenntnisse dann anschaulich und ansprechend präsentieren.“ Die Preisverleihung für die nationalen Sieger findet am 28. Mai im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden statt.