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Gottes Segen für edle Tröpfchen

Gottes Segen für edle Tröpfchen

Bereits zum 52. Mal fand am Samstag, dem Johannistag, die traditionelle Weinsegnung statt. In der Perler Pfarrkirche trafen sich die Winzer, unter ihnen auch Winzerpräsident Helmut Herber.

Alle Jahre wieder - Weihnachten hat für die saarländischen Winzer drei Feiertage. Und der dritte Weihnachtstag, das ist traditionell die Weinsegnung am Johannistag. In diesem Jahr fand sie zum 52. Male statt - mit nicht ganz so vielen Gästen wie geladen und erhofft. Das Wetter machte - wie schon das ganze Weinjahr über - mächtig Kapriolen. Schnee und Eis sorgten für gesperrte Straßen, lange Staus und große Verspätungen.

Auch wenn der ein oder andere Gast fehlte, Pfarrer Uwe Janssen war pünktlich zur Stelle, hatte mit seinem Amtskollegen Pastor Herbert Cavelius sogar noch "Verstärkung" mit gebracht. Und natürlich durfte Diakon Benno Wolpertinger in der Perler Pfarrkirche nicht fehlen, als sie zusammen mit den saarländischen Winzern feierlich den Johannistag, quasi das Erntedankfest der Weinbauern, begingen. Mit von der Partie war auch wieder der Chor Cantate, der diesen Dankgottesdienst und die traditionelle Weinsegnung gesanglich umrahmte. Auch Winzerpräsident Helmut Herber (60) durfte nicht fehlen, der am Tag zuvor seinen Geburtstag feierte und dem Uwe Janssen herzlich und charmant zu seinem "50." gratulierte.

Der Ökonomierat in spe - die Ernennung und Feier findet am 10. Januar statt - sprach bei seinem Rückblick von guten Nerven und Fingerspitzengefühl bei den saarländischen Winzern, als er das Jahr 2014 mit seinen umfangreichen Wetterkapriolen Revue passieren ließ.

Ein trockener warmer Frühling mit frühem Austrieb nach einem milden Winter und übergroße Niederschlagsmengen im Juli und August sorgten nach seinen Worten für ständig wechselnde Vorzeichen. Nach einem frühen Lesebeginn Anfang September reicht das Spektrum nun vom Qualitätswein bis hin zu hohen, sehr guten Qualitäten. Eine neue Herausforderung brachte die Kirschessigfliege, die erstmals im Dreiländereck in dieser konzentrierten Art und Weise auftrat.

Nach den Ausführungen von Helmut Herber waren vor allem die frühen Rotweinsorten betroffen, aber da man im saarländischen Dreiländereck nur kleine Flächen mit dieser Art bebaut, hielt sich der Schaden in Grenzen. "Die Erntemengen sind gut, die Keller erfreulicherweise wieder gefüllt und mit der Entwicklung der Jungweine sind wir sehr zufrieden," betonte der Winzerpräsident bei der anschließenden Feier im Restaurant Hammes, die natürlich auch eine Weinprobe mit einschloss.

Wie Helmut Herber weiter ausführte, zeichneten sich die neuen Weine durch gute Extraktwerte, ausgewogene und gut eingebettete Säure sowie klare Frucht aus.