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Kritik an Planungsstopp für Sporthalle

Kritik an Planungsstopp für Sporthalle

Weil der Gemeinderat es abgelehnt hat, die Bauträgerschaft für die geplante neue Sporthalle am Schengen-Lyzeum zu übernehmen, liegt das Vorhaben vorerst auf Eis. Heute kommen Vertreter der Gemeinde, des Landkreises, des Staates Luxemburg sowie der Kommunalpolitik zu einem Gespräch zusammen.

Die Schüler-Vertretung am Perler Schengen-Lyzeum hat ihr Unverständnis über den vorläufigen Stopp der Planungen für eine neue Sporthalle an der Schule geäußert. Der Gemeinderat von Perl hatte in der vergangenen Woche mehrheitlich abgelehnt, dass die Gemeinde die Bauträgerschaft über die neue Halle übernehmen soll, deren Kosten auf rund drei Millionen Euro geschätzt werden.

Die Baukosten sollen nach Angaben der Verwaltung zur Hälfte durch das Großherzogtum Luxemburg getragen werden. Die andere Hälfte teilen sich Landkreis (300 000 Euro), Gemeinde und Land (je 600 000 Euro). Zur Realisierung des Projektes sollte ein Kooperationsvertrag zwischen Gemeinde, dem Landkreis als Schulträger und dem Staat Luxemburg geschlossen werden. In diesem Vertrag war der Gemeinde die Rolle des Bauträgers zugedacht. Bürgermeister Bruno Schmitt (SPD ) und die SPD-Gemeinderatsfraktion hatten sich mit ihrer Forderung, als Bauträger aufzutreten, nicht durchsetzen können. Die Ratsmehrheit aus CDU und FDP hatte hingegen gefordert, dass der Landkreis, wie schon beim Bau des Lyzeums selbst, Bauträger sein solle (die SZ berichtete).

In einem Schreiben an Bürgermeister Schmitt, das von einer Delegation der Schülervertretung gestern im Rathaus übergeben wurde und der SZ vorliegt, kritisiert Schülersprecher Félix Bonne die Ratsentscheidung: "Damit ist faktisch der Neubau gestorben und die 1,5 Millionen von Luxemburg verfallen." Bonne weist darauf hin, dass der Neubau gebraucht werde: "Die Schulkonferenz hat in mehreren Sitzungen den dringenden Bedarf für eine neue Sporthalle dargelegt." Die Finanzierung des Projektes sei aus Sicht der Schülervertretung gesichert gewesen, und auch die lange Zeit strittige Frage der Bauträgerschaft schien geklärt gewesen zu sein: Die Gemeinde habe sich bereit erklärt, diese Funktion zu übernehmen, "wohl auch deshalb, weil die Halle auch für die Perler Vereine vielfältige Möglichkeiten bietet und zur Verfügung steht".

Dies alles sehen die Schülervertreter mit dem jüngsten Ratsbeschluss nun in Frage gestellt. Am heutigen Donnerstag soll in einem Spitzengespräch mit Vertretern der Gemeinde, des Landkreises, des Staates Luxemburg sowie Kommunalpolitikern aus Gemeinderat und Kreistag über das weitere Vorgehen gesprochen werden.