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Obermosel-Wein hat kirchlichen Segen

Obermosel-Wein hat kirchlichen Segen

Perl. Die saarländischen Obermosel-Winzer haben allen Grund zur Freude: Auch in diesem Jahr blicken sie auf eine qualitativ hochwertige Ernte zurück. Traditionell feiern sie ihren Erntedank am "dritten Weihnachtsfeiertag", dem 27. Dezember (Johannestag)

Perl. Die saarländischen Obermosel-Winzer haben allen Grund zur Freude: Auch in diesem Jahr blicken sie auf eine qualitativ hochwertige Ernte zurück. Traditionell feiern sie ihren Erntedank am "dritten Weihnachtsfeiertag", dem 27. Dezember (Johannestag). Winzerpräsident Helmut Herber sprach nach dem Dankgottesdienst im Perler Vereinshaus von einem aromatischen, gehaltvollen und mineralischen Jahrgang 2008. "Uns erwarten," so Herber, "Weine mit rassiger Säure und ausgeprägten Fruchtnoten." Nach seinen Worten liegt die geerntete Menge etwas unter dem langjährigen Mittel, während die Oechsle-Werte der Trauben über dem Schnitt liegen. Pfarrer Uwe Janssen bezog sich im Gottesdienst auf den Evangelisten Johannes, als er ausführte, dass der Wein wie Lebenswasser sei, wenn man ihn mäßig genieße.Mit der Gründung des saarländischen Winzerverbandes 1961 wurde der uralte Brauch der Weinsegnung am Namenstag des heiligen Johannes, des Schutzpatrons der Winzer, in Perl neu belebt. Die Feier beginnt mit einem Dankamt in der Pfarrkirche. Die Weinsegnung geht auf eine Legende zurück. Nach der Überlieferung starb der Evangelist Johannes um das Jahr 101, nachdem ihm Ketzer einen vergifteten Weinbecher gereicht hatten. Als er den Segen darüber gesprochen hatte, zersprang der Becher und zur Beschämung der Ketzer stieg aus ihm eine Schlange auf. Im Verlauf des Gottesdienstes wird die eigentliche Weinsegnung vorgenommen. Dafür wird stellvertretend für die gesamte Ernte eine Auswahl der angebauten Rebsorten in Flaschen nebst einem 60 Liter fassenden Fässchen vor dem Altar aufgestellt. Nach dem Gottesdienst wird das gesegnete Fässchen von jungen Winzersöhnen zum Festlokal im Perler Vereinshaus gebracht, wo eine reich gedeckte Tafel auf die Gästeschar wartet - so auch in diesem Jahr. rup