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Lyzeum gibt deutlich mehr Geld aus

Lyzeum gibt deutlich mehr Geld aus

Die steigende Schülerzahl und die höherwertige technische Ausstattung sind Faktoren, die die Ausgaben des Schengen-Lyzeums im Jahr 2013 deutlich über den festgelegten Rahmen hinaus haben steigen lassen. Die Zahlen wurden im Kreistag bekannt.

Deutlich mehr Geld als eingeplant hat das deutsch-luxemburgische Schengen-Lyzeum im Jahr 2013 an Bewirtschaftungskosten ausgegeben. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Kreistages bekannt. Dort teilte die Verwaltung des Landkreises mit, dass in besagtem Jahr statt der im Schulbudget veranschlagten 332 000 Euro fast 100 000 Euro mehr für Strom, Wasser, Gas, Reinigung und Müllentsorgung sowie technische Wartungsaufträge angefallen seien.

Budget überschritten

Die Zahlen für 2014 seien noch nicht bekannt. Zwar ist der Landkreis Träger der deutsch-luxemburgischen Schule, doch gemäß dem Staatsvertrag zwischen dem Saarland und Luxemburg soll diese ihr Budget selbst verwalten - anders als die anderen weiterführenden Schulen des Kreises, in denen der Kreis auch die Bewirtschaftungskosten verwaltet und kontrolliert.

Insgesamt sei das Budget der Schule im Jahr 2013 um rund 182 000 Euro überschritten worden. Wie sich diese Mehrausgaben neben den bereits ermittelten rund 100 000 Euro für Bewirtschaftungskosten zusammensetzen, werde derzeit noch intern ermittelt, hieß es von der Kreisverwaltung auf SZ-Anfrage. Gleichzeitig gab Werner Klein, Pressesprecher des Landkreises, zu bedenken, dass es auf Grund fehlender langjähriger Vergleichswerte nicht leicht gewesen sei, den Bewirtschaftungsaufwand für die erst 2007 gestartete Schule im Voraus zutreffend einzuschätzen.

Steigende Schülerzahl

Das Budget für 2013 sei 2011 festgelegt worden, die Schülerzahlen seien seit der Eröffnung der deutsch-luxemburgischen Schule aber von Jahr zu Jahr gestiegen, was auch zu erhöhten Unterhaltungskosten geführt habe. Auch die höherwertige technische Ausstattung spiele eine Rolle: Wo, wie im Schengen-Lyzeum, elektronische Whiteboards statt herkömmlicher Tafeln zum Einsatz kämen, gebe es naturgemäß höhere Stromkosten.

Für den Landkreis bedeutet die deutliche Überziehung des Budgets zunächst einmal Mehrausgaben von rund 60 000 Euro , die er für die zusätzlichen Bewirtschaftungskosten aufbringen muss. Den Rest der fehlenden 100 000 Euro trägt demnach Luxemburg. Als Folge der aktuellen Situation sei zwischen der Schule, dem Großherzogtum und dem Landkreis vereinbart worden, dass der Kreis ab 2015 neben den Personalkosten auch die Unterhaltungskosten für die Schule bewirtschaftet - wie er dies bei allen übrigen Schulen unter seiner Trägerschaft tut.

Bessere Abstimmung

Außerdem sollen zukünftig Bauunterhaltungs-Maßnahmen an der Schule enger als bisher mit der Bauverwaltung des Landkreises abgestimmt werden. Dies alles genügte Michael Schettle, dem Sprecher der AfD-Fraktion im Kreistag, jedoch nicht: "Hier ist schlecht gewirtschaftet worden", befand Schettle und lehnte mit seinem Fraktionskollegen den Vorschlag der Verwaltung, die fehlenden 60 000 Euro zu übernehmen, als einziger im Kreistag ab.

Bei der Verabschiedung des Kreishaushaltes und des Investitionsprogrammes in der gleichen Sitzung forderte Schettle zudem, auf Grund der Budgetüberschreitungen die im Investitionsprogramm vorgesehenen 300 000 Euro für das Schengen-Lyzeum vorerst zu streichen - was die Mehrheit im Kreistag aber nicht mittrug.