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| 18:47 Uhr

Eltern wollen weiter kämpfen

Die Bescher wollen sich weiter für den Erhalt ihrer Schule einsetzen. Foto: Rolf Ruppenthal
Die Bescher wollen sich weiter für den Erhalt ihrer Schule einsetzen. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Besch. Nach der Entscheidung der Kommunalaufsicht, die wohl vorerst das Aus der Dependance der Grundschule Dreiländereck in Besch bedeutet, will die Bürgerinitiative weiter für den Erhalt kämpfen. Christian Beckinger

Enttäuschung, aber auch Trotz schwingen in der Stimme von Michael Molnar mit: "Für uns ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar", sagt der Sprecher der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Grundschule in Besch einsetzt, nach der Entscheidung der Kommunalaufsicht, die wohl vorerst das Aus für die Bescher Schule bedeutet. Am Dienstag hatte die Kommunalaufsicht eine Eingabe des Bildungsministeriums zurückgewiesen, das die Gemeinde Perl dazu verpflichten wollte, die Dependance in Besch auch im neuen Schuljahr weiter zu betreiben (die SZ berichtete). Die Gemeinde hingegen hatte im März beschlossen, die Schule zu schließen und alle Grundschulkinder aus der Obermosel-Kommune künftig in Perl unterrichten zu lassen.

Gegen dieses Ansinnen laufen Michael Molnar und seine Mitstreiter aus Besch seit dem ersten Ratsbeschluss zur Schließung der Schule Sturm - und werden es auch weiter tun: "Wir sehen das mit dem Umzug nach Perl erst einmal als temporäre Sache", unterstreicht der BI-Sprecher gegenüber der SZ. Die BI-Mitglieder, ein Großteil von ihnen sind Eltern von Grundschulkindern aus Besch , gehen nach seinen Worten davon aus, dass die grundsätzliche Entscheidung in Sachen Schulstandorte noch nicht endgültig getroffen ist. Die Bescher wollen weiter für den Erhalt ihrer Schule kämpfen, betont Molnar: "Wir werden auf alle Fälle am 10. September ein Schulhoffest organisieren - egal ob dann noch Schüler in der Schule sind oder nicht." Nach den Sommerferien möchte die Bürgerinitiative zudem das Gespräch mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer suchen und auf höchster Ebene auf den Erhalt der Schule pochen.

Für die Bürgerinitiative ist es nicht einzusehen, dass letztlich die Kommunalaufsicht die Entscheidung über den Bestand der Schule gefällt hat: "Seit wann ist die zu solch einer Entscheidung berechtigt?", wirft Molnar in den Raum. Nach seiner Überzeugung müssten vielmehr die Schulregionkonferenz und auch die Schulkonferenz vor einem solchen Schritt angehört werden. Beides sei indes nicht geschehen. "Hier wird etwas an bestehenden Institutionen vorbei entschieden", kritisiert Molnar. Er verweist darauf, dass auch die BI und die Bescher Elternschaft mehrere Beschwerden bei der Kommunalaufsicht zu den Beschlüssen der Gemeindegremien in Sachen Schulschließung eingereicht hätten. Über diese habe die Behörde allerdings noch nicht entschieden. Molnar sieht in dieser Frage die Bescher hinter sich: "Die Mehrheit der Bürger im Ort will, dass die Schule erhalten bleibt." Der vorgesehene Umzug nach Perl laufe aus Sicht vieler Eltern auf einen "Unterricht in einer Legehennenbatterie" hinaus: "Das ist nicht das, was die Eltern sich unter einer guten Schule vorstellen."

Der Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (CDU ) betont gegenüber der SZ, dass die Gemeinde nach der Entscheidung der Kommunalaufsicht zur Schließung der Grundschule Besch alles tun werde, damit alle Schüler ab Montag in Perl einen ordentlichen Unterricht erfahren können. Nach den Worten von Uhlenbruch soll für die Kinder, die bislang in Besch unterrichtet wurden und neu an die Perler Schule kommen werden, ein zusätzlicher Bus eingesetzt werden, der an vier Haltestellen im Ort (Drosselweg, Waldstraße, Brunnenstraße, Ruhbrück) die Schüler aufnehmen wird. Außerdem werde der Bus, der die Kinder von Nennig nach Perl bringe, wie bisher in Besch halten.

Im Perler Schulgebäude stehen nach Uhlenbruchs Worten fünf Klassenräume für die vier aus Besch kommenden Klassen zur Verfügung. Die Gemeinde werde ein wachsames Auge auf die Verkehrssituation in der Kirschenstraße, wo die Schule liegt, halten. Mit der Polizei habe es ebenfalls Gespräche zu diesem Thema gegeben. Uhlenbruch hebt hervor, dass die Gemeinde die notwendige Sanierung beider Schulgebäude , dem in Besch und dem so genannten 1928er-Gebäude in Perl, finanziell nicht stemmen könne. "Wir wollen langfristig den Standort Perl ausbauen."