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CDU: Schneider soll Amt ruhen lassen

CDU: Schneider soll Amt ruhen lassen

Die Immobilien-Affäre „Auf Kappelt“ schade dem Ansehen der Gemeinde Mettlach und der Reputation der Kommunalpolitik, sagt Christian Schmitt. Daher fordert er Aufklärung mit allen Konsequenzen.

Es war Ehefrau Katja, die nach den Worten von Christian Schmitt den entscheidenden Impuls gegeben hat, sich als Kandidat zu bewerben. "Als mich dann noch der CDU-Ortsverband gefragt hatte, sind mir die Gegen-Argumente ausgegangen", verrät der 44-jährige Orscholzer der SZ. In einer Mitgliederversammlung war Schmitt am Montag als Bürgermeisterkandidat für die CDU im Orscholzer Cloef-Atrium gewählt worden (wir berichteten). Über das Ergebnis von 88 Prozent habe er sich gefreut. "Das hat gezeigt, dass die Partei hinter mir steht, und das gibt Kraft für den sicherlich anstrengenden Wahlkampf", sagt Schmitt.

Er findet: "Die Immobilien-Affäre um das Flüchtlingsheim ‚Auf Kappelt' hat nicht nur dem Ansehen der Gemeinde Mettlach, sondern auch der Reputation der Kommunalpolitik im Allgemeinen und deren Gremien und Vertretern im Besonderen geschadet." Daher muss für Schmitt der Skandal um den Kauf und die Vermietung des ehemaligen Hotel-Restaurants durch die Gemeinde mit letzter Konsequenz aufgearbeitet werden. "Dabei darf man aber nicht das Tagesgeschäft aus dem Blickfeld verlieren, was hinsichtlich der Haushaltslage der Gemeinde eine große Herausforderung darstellt", warnt er. Im Wort "Bürgermeister" stehe der "Bürger" nach seinen Worten nicht aus Zufall an erster Stelle. Daher wolle er sich einsetzen, um wieder eine positive Wahrnehmung der Gemeinde selbst sowie der Arbeit der kommunalen Vertreter in der Öffentlichkeit zu erreichen.

Wie aus Teilnehmerkreisen der SZ berichtet wurde, beklagten Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) wie auch Kreisparteichefin Helma Kuhn-Theis auf der Nominierungsversammlung in Orscholz , dass der erste Beigeordnete Bernhard Schneider, ebenfalls CDU , keine Konsequenzen aus der Immobilien-Affäre gezogen habe. Er hatte in Vertretung des mittlerweile zurückgetretenen Bürgermeisters Carsten Wiemann (SPD ) den Mietvertrag für die Gemeinde mit der Gesellschaft Grüner Kreis Immobilien (GKI) unterzeichnet.

Dass Schneider noch im Amt sei, schade dem Kandidaten wie auch der Partei, hatten die beiden CDU-Spitzenfrauen nach SZ-Informationen sinngemäß erklärt. Es sei bei ihren klaren Worten mucksmäuschenstill im Saal geworden, berichten Teilnehmer weiter. Nach den beiden Reden sei die Frage aufgeworfen worden, wie weiter verfahren werde.

Die Folge: Die Mitgliederversammlung hatte einen Antrag formuliert, in dem Schneider aufgefordert wurde, sein Amt ruhen lassen (die SZ berichtete bereits kurz). Dieser Vorstoß fand eine Mehrheit. Die CDU glaube an Schneiders absolute Unschuld, hieß es. Dies sei aber der Bevölkerung nicht zu vermitteln.

Zum Thema:

Auf einen BlickChristian Schmitt, geboren am 28. April 1971 in Wadern, ist seit 21 Jahren verheiratet und hat drei Kinder (18, 16 und acht Jahre). Der Landesbeamte ist im Wirtschaftsministerium für Projekte im Bereich der Organisationsentwicklung und des Fördermittelcontrollings zuständig. Seit 18 Jahren ist er CDU-Mitglied, seit 2003 im Vorstand des Orscholzer Ortsverbandes. Er war Vorsitzender des Fußballvereins SCV Orscholz von 2007 bis 2009 sowie des Fördervereins der Gesamt- und Gemeinschaftsschule Mettlach-Orscholz von 2009 bis 2013. Seit 2013 ist er als Fußballschiedsrichter im Jugend- und Seniorenbereich landesweit im Einsatz. red