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Vogelwanderung des NABU Losheim-Weiskirchen bot viele Erkenntnisse

Vogelwanderung rund um Losheim : Ein Artenreichtum, der eher zu hören als zu sehen war

44 verschiedene Vogelarten konnten Teilnehmer zweier vogelkundlichen Wanderungen des örtlichen NABU rund um Losheim ausfindig machen.

Welche Vogelarten lassen sich im Sommer bei uns sehen oder hören? Zu dieser Frage veranstaltete die Ortsgruppe Weiskirchen-Losheim des Naturschutzbundes (NABU) zwei vogelkundliche Entdeckungstouren mit jeweils 15 Teilnehmern. Die jeweils rund vier Kilometer langen Rundtouren führten teils auf prämierten Premiumwegen rund um Losheim durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bachaue, Wald und Grünland. Als ökologisch wertvolle Kulisse wurden das Landschaftsschutzgebiet Lannenbachaue bei Scheiden sowie das Naturschutzgebiet Panzbachtal bei Bergen ausgewählt. Beide Schutzgebiete liegen im Naturpark Saar-Hunsrück und sind als „Besondere Erhaltungsgebiete“ nach der EU-Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Gebiete) von gemeinschaftlicher Bedeutung. Bis 2030 sollen nach der neuen EU-Naturschutzstrategie 30 Prozent der EU-Fläche unter Schutz gestellt werden, zudem sollen 50 Prozent weniger Pestizide eingesetzt, drei Milliarden Bäume angepflanzt, 25 000 Kilometer Fließgewässer renaturiert und jährlich 20 Milliarden Euro in Naturschutz investiert werden.

Bei den ornithologischen Führungen wurden Merkmale erläutert, anhand derer Vogelarten optisch oder akustisch bestimmt werden können. 30 Vogelarten konnten bei der Lannenbachaue-Tour, 34 bei der Panzbachtal-Tour entdeckt werden, insgesamt 44 verschiedene Arten. Die Brutvögel waren zum Zeitpunkt der Wanderung größtenteils noch da, die ersten Zugvögel indes schon wieder auf dem Weg in südliche Überwinterungsgebiete. „Rausgehen lohnt sich“, folgerte der sichtlich zufriedene Exkursionsleiter Florian Carius. Damit machte er den Teilnehmern deutlich, dass spannende Vogelbeobachtung weder auf frühe Morgenstunden noch auf das Frühjahr beschränkt ist.

Unterwegs zeigten sich mit der Blau-, Kohl-, Hauben-, Tannen- und Sumpfmeise allein fünf Meisenarten, dazu gab es Garten- und Waldbaumläufer sowie Hohltauben zu sehen. Auch seltenere Brutvögel des Hochwalds wie Wespenbussard und Baumfalke, Kernbeißer und Fichtenkreuzschnabel ließen sich beobachten. Im halboffenen Hochwaldvorland gelangen Nachweise typischer Arten wie Grünspecht, Schwarzkehlchen, Bluthänfling und Goldammer, aber auch seltenerer Brutvögel wie Braunkehlchen, die ebenso wie die den Auwald bewohnenden Grauschnäpper zum Überwintern mehrere tausend Kilometer ziehen bis südlich der Sahara. Auch eine überfliegende Rohrweihe stellte klar, dass der Vogelzug schon wieder im Gange ist. Gerade im Wald kam das Fernglas selten zum Einsatz, da man die Vögel eher hört als sieht. Da die Zeit der Vogelgesänge sich bei den meisten Arten auf das Frühjahr beschränkt, gehört zur Bestimmung der verschiedenen Flug-, Kontakt- und Warnrufe viel Übung. Über die auf Empfehlung vorab installierte Smartphone-App „NABU Vogelwelt“ konnten sich die Teilnehmer dennoch ein Bild von den lediglich gehörten Arten machen. Margit Fuchs vom Vorstand der NABU-Ortsgruppe sammelte während beider Touren den Müll am Wegesrand, und alle Teilnehmer zeigten sich bestürzt über die sogar in diesen Vorranggebieten für Naturschutz zusammengetragene Menge.