1. Saarland

„Lebensversicherung für 14 Cent“

„Lebensversicherung für 14 Cent“

Eine Familie aus Saarlouis verdankt einem Rauchmelder, dass aus einem Schwelbrand kein Feuer im Kinderzimmer wurde. Darüber berichtet sie zum heutigen „Tag des Rauchmelders“. Er findet an jedem Freitag, den 13., statt. Feuerwehr-Mann Jörg Beyer sagt, wie man das richtige Gerät findet.

 Experte Jörg Beyer von der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis zeigt unterschiedliche Rauchmelder-Modelle. Fotos: Hartmann Jenal
Experte Jörg Beyer von der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis zeigt unterschiedliche Rauchmelder-Modelle. Fotos: Hartmann Jenal

Es hätte ganz anders ausgehen können bei den Kleins auf dem Steinrausch am Halloween-Abend. Gemerkt haben sie nichts, die Eltern Melanie und Andreas saßen mit ihren drei Kindern Linus, zwei, Elias, sieben, und Emilie, neun auf der Couch im Wohnzimmer. Es war nur der durchdringende Ton des Rauchmelders in einem Kinderzimmer über der Garage, der Vater Andreas Klein alarmierte.

Oben im Zimmer roch er, sah er, Rauch. Er kam aus der Garage. "Ich habe die Kinder geschnappt und zu den Nachbarn gebracht. Meine Frau hat die Feuerwehr gerufen." In der Garage hatte im Ascheimer Glut aus dem Wohnzimmer-Kamin einen Schwelbrand ausgelöst. "Als ich die Garagentür aufmachte, wurde im Luftzug offenes Feuer daraus. Die Flammen schlugen mir schon entgegen."

Ihr Haus hatten die Kleins vor ein paar Jahren umgebaut. Andreas Klein: "Die Rauchmelder lagen erstmal in der Schublade. Wir haben sie erst später angebracht." Nicht auszudenken, wie der Brand ohne Rauchmelder ausgegangen wäre.

Typisch, sagt der Rauchmelder-Fachmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis, Jörg Beyer. "Viele Leute haben mal Rauchmelder gekauft, aber nie angebracht."

Und typisch sei es auch bei den Kleins gelaufen: "Das Gerät löst so früh den Alarm aus, dass Sie die Chance haben, noch relativ gesund aus Ihrem Haus rauszukommen und dann die Feuerwehr zu alarmieren. Ich denke, das ist besser, als dass die Feuerwehr kommt und Sie aus der Wohnung rausträgt." Und er rechnet vor: "Ich gehe mal von einem Kaufpreis von 20 Euro pro Stück aus. Macht in zwölf Jahren, so lange ist die Norm-Lebensdauer, ungefähr 14 Cent pro Monat aus - für eine Lebensversicherung."

Ein guter Rauchmelder hat einen großen Durchmesser und zwei, drei Schlitze an der Seite, durch die der Rauch anschlagen kann. Beyer zeigt ein Fünf-Euro-Modell: "Da sind keine Schlitze. Der Rauch muss erst gegen die Decke steigen und von dort in eine Art Rinne im Rauchmelder. Das dauert länger." Es gibt Rauchmelder mit fest eingebauten Batterien, die zwölf Jahre halten, und Rauchmelder mit Neun-Volt-Batterien, die spätestens nach zwei Jahren ausgetauscht werden müssen. Beyer: "Tauscht man alle zwei Jahre eine Batterie aus und rechnet dafür zehn Euro plus Anschaffung eines billigen Melders für fünf Euro, kommt man auf 15 Euro. Für 20 Euro bekommt man aber schon einen besseren Rauchmelder."

Fünf bis 30 Euro sei in etwa die Preisspanne in Baumärkten; im Fachhandel ist die Spanne technisch und finanziell größer.

Die Melder werden, zeigt Beyer, an die Decke angeschraubt oder mit doppelseitigem Band geklebt, was aber auf einem Latex-Anstrich nicht hält. Angebracht werden sollen sie mindestens einen halben Meter von der Wand und nicht über elektrischen Geräten. Sie sollen einmal im Jahr getestet werden, dafür gibt es spezielle Sprays.

Rauchmelder, sagt Beyer, sollten im Schlafzimmer, Kinderzimmer, Flur und Treppenhaus hängen, nicht aber in Küche oder Bad.

Im Saarland, erklärt Beyer, seien Rauchmelder nur für Neubauten oder renovierte Altbauten vorgeschrieben. In Altbauten sind sie keine Pflicht, anders als etwa in Rheinland-Pfalz. "Im Saarland hat es der Gesetzgeber letztlich versäumt, eine richtige Rauchmelderpflicht für alle einzuführen."

In Andreas Kleins Bekanntenkreis haben nach dem Brand manche gleich selbst Rauchmelder installiert. "Zum Beispiel die Nachbarn, zu denen wir die Kinder gebracht haben. Die hatten sie auch schon vor längerer Zeit gekauft, aber nicht angebracht."