IG warnt vor „Verschandelung“ der Landschaft durch Windräder

IG warnt vor „Verschandelung“ der Landschaft durch Windräder

Für die Interessengemeinschaft (IG) Rettet den Hochwald ist es ein „Bild, das entsetzt und bedrückt“. Die Initiative um den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Diller hat eine Fotomontage erstellt. Sie soll zeigen, wie sich der Anblick von Hermeskeil verändert, wenn im Wald südlich von Hermeskeil Windräder aufgestellt werden sollten.

Seit Monaten übt die IG Rettet den Hochwald massive Kritik an den Windkraftplänen in der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Wiederholt hatte sie von Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) gefordert, dass die Verwaltung den Bürgern mit Fotomontagen veranschaulichen soll, wie sich der Bau von Windrädern auf das Landschaftsbild auswirken würde. Diese Visualierung liegt bisher noch nicht vor. Hülpes hatte nämlich darauf verwiesen, dass noch gar nicht klar sei, an welchen Standorten der Bau von Anlagen überhaupt möglich ist. Zurzeit sind im VG-Gebiet fast alle ins Auge gefassten Flächen durch die Existenz der streng geschützten Mopsfledermaus blockiert.

Gleichwohl sind die Windkraftgegner nun selbst aktiv geworden. Sie haben eine Fotomontage vorgelegt, die laut Diller "seriös erstellt wurde und einen realistischen Eindruck vermittelt, was in nur 1000 Meter Entfernung vom Hermeskeiler Baugebiet Felke-Siedlung und dem Neubaugebiet Am Tivoli entstehen soll". Diller und seine Mitstreiterinnen Christa Breidert, Anne Monz und Gudrun Tewaag berichten davon, dass sie dieses Bild bereits mehreren Bürgern gezeigt hätten. Diese hätten spontan unter anderem von "einer Verschandelung" gesprochen.

Die IG bleibt deshalb bei ihrem Widerstand gegen die geplanten Räder - vor allem in Bezug auf den Windpark Hermeskeil-Süd. Sie beklagt, "dass die Menschen nach dieser Planung mindestens 30 Jahre lang den Anblick der Monster ertragen müssten". Die IG verweist darauf, dass bei einer Verwirklichung der Windkraftpläne der Lebensraum seltener Tiere verloren gehe. Der Wald erleide riesige Kahlschläge und verliere seinen Erholungswert. "Wer will künftig noch im Steinerwald und Forstelbachtal spazieren gehen, wenn die Monsterräder lärmen?", fragt sich die IG. Nach Angaben der IG planen die Investoren zurzeit, dass im südlichen Teil der VG "mehr als zwei Dutzend Anlagen genau im Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung errichtet weden". Das träfe Tausende von Menschen, die in Hermeskeil, Höfchen, Lascheiderhof, Abtei und in Gemeinden wie Gusenburg und Reinsfeld leben. Die IG fordert deshalb Hülpes und den VG-Rat erneut zu einem Umdenken auf. "Mit einem Beschluss wie in der VG Kell am See wäre viel gewonnen: Je höher das Windrad, desto weiter weg muss es von der Wohnbebauung bleiben", so Diller.

In der VG Kell hat sich der dortige Rat darauf festgelegt, dass beim Bau neuer Windräder ein Mindestabstand eingehalten werden muss, der das Zehnfache der Nabenhöhe beträgt. Bei einer Anlage mit 140 Meter Nabenhöhe wären das 1400 Meter. Der VG-Rat Hermeskeil hatte aber erst Ende September 2013 noch einmal betont, dass er den Mindestabstand von 1000 Metern für ausreichend hält.

Bürgermeister Hülpes kritisisiert den aktuellen Vorstoß der IG. Er selbst habe die Fotomontage zwar noch nicht gesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt würde aber eine "unverantwortliche Panikmache" betrieben. Hülpes wiederholt noch einmal, dass zurzeit mehrere Gutachten in Arbeit sind und "wir noch gar nicht wissen, welche Windkraftstandorte letztendlich auch genehmigungsfähig sein werden". Erst wenn dies feststehe, sei seitens der VG eine öffentlichen Informationsveranstaltung geplant, bei der eine Visualisierung der Anlagen gezeigt werde.