Pseudo-Adelsfamilie soll ergaunerte Millionen verjubelt haben

Pseudo-Adelsfamilie soll ergaunerte Millionen verjubelt haben

Wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs stehen seit Freitag Frau, Tochter und Schwiegersohn des angeblichen Grafen S. aus Mettlach-Faha vor Gericht. Sie sollen sich an den erschwindelten Millionen des bereits 2010 verurteilten Grafen bereichert haben.

Zwei US-Gräfinnen, Mutter (66) und Tochter (42), stehen seit Freitag wegen einer Reihe banden- und gewerbsmäßiger Betrugsstraftaten vor der Wirtschaftsstrafkammer in Saarbrücken. Ebenfalls angeklagt ist der Ehemann der Tochter, ein 46 Jahre alter Brite. Ihm wird banden- und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen. Die Angeklagten gehören zur Familie des im Jahr 2010 zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilten Betrügers Graf von S. Baron von E. Seine Masche waren gefälschte Aktien und Inhaberschuldverschreibungen. Gedruckt wurden die Wertpapiere im Keller seines Anwesens in Mettlach-Faha. Einen realen Gegenwert gab es nicht, wohl aber gut situierte Kaufinteressenten. Einer kaufte gar für 4,7 Millionen Euro wertloses Papier. Die Anklage geht von einem Schaden von über 36 Millionen Euro aus. Der Betrag könnte auch höher sein, denn nicht alle Anleger sollen ihre Käufe öffentlich gemacht haben.

Die Millionen landeten im Wesentlichen bei einer Gesellschaft in Luxemburg. Dort bedienten sich der Verurteilte und seine Familie. Grundstücke, Kunstgegenstände, Luxusautos und Schmuck waren beliebte Einkäufe der angeblichen Grafen-Familie. Den klangvollen Adelstitel hatte sich die Mutter in den USA zugelegt und bei der Eheschließung an ihren Mann weitergegeben.

Hauptbelastete in diesem Prozess ist die Tochter. Sie hatte gewissermaßen Generalvollmacht über die Millionenbeträge. Die Mutter soll davon gewusst und Beihilfe geleistet haben. Profitiert hat auch der Schwiegersohn, er soll gewusst haben, dass der Luxus aus illegalen Quellen gespeist wurde. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

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