1. Saarland

Drei Ratsmitglieder der Linken wechseln zur Fraktion für Homburg

Drei Ratsmitglieder der Linken wechseln zur Fraktion für Homburg

Thomas Link, Hans Josef Reichhart und Manuel Schmidt sitzen künftig nicht mehr für die Linken, sondern für die Fraktion für Homburg im Stadtrat. Mit dieser überraschenden Entscheidung für eine freie Liste hoffen sie, "mehr für die Homburger Bürger zu erreichen" .

Homburg. Einen ziemlichen Paukenschlag gab's am Montag, also kurz vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, und damit auch vor der Sondersitzung des Stadtrates an diesem Donnerstag, 3. Mai: Die Linken-Fraktion im Homburger Stadtrat verliert drei ihrer Mitglieder, schrumpft also auf zwei zusammen. Die Fraktion für Homburg (FFH) kann sich hingegen über Zuwachs freuen: Sie bekommt mit Thomas Link, Hans Josef Reichhart und Manuel Schmidt drei neue Mitstreiter hinzu. "Die Zukunft in der kommunalen Politik in Homburg sehen wir nicht mehr in einer Partei, in einem fest eingebundenen System, sondern in einer freien Liste", lieferte Link gestern für die drei Wechsler Hintergründe zu ihrer Entscheidung. "Wir erhoffen uns mit dieser Linie, mehr für die Homburger Bürger zu erreichen", so Link weiter. Vergangene Woche sei der Entschluss gereift, die Linken zu verlassen. Am Montag habe man dies der Verwaltung und der Geschäftsstelle der Partei in Saarbrücken mitgeteilt.Barbara Spaniol, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Homburger Stadtrat, wurde von der Entscheidung jedenfalls kalt erwischt. "Ich bin sehr überrascht und sehr enttäuscht", sagte sie gestern nach der Mai-Demonstration in Saarbrücken unserer Zeitung. "Ich finde, dass wir als Links-Fraktion gute Arbeit geleistet haben, und wir werden das in Zukunft auch zu zweit tun", betonte sie. Die ehemals fünf Mann starken Linken werden künftig nämlich nur noch von Barbara Spaniol selbst und Matthias Pollak vertreten.

Erfreut über den eher unerwarteten Zuwachs zeigte sich gestern die FFH. "Es geht uns ja hauptsächlich um die Stadtpolitik, nicht so sehr um Parteipolitik", erläuterte Elke Pätzold (FFH). Vor allem in der inhaltlichen Arbeit, die nun auf mehr Schultern verteilt werden könne, erhoffe sich die FFH nun Unterstützung. Ansonsten sei das Ganze ja noch sehr frisch. Allerdings habe man bisher schon als Opposition zusammengearbeitet. "Wir haben ja in dem Sinne kein Parteiprogramm, können also gemeinsam abwägen, was das Beste für die Stadt ist - ohne Zwänge aus Berlin oder Saarbrücken zu haben", führte Pätzold aus.

Die FFH gibt es selbst erst seit Februar. Peter Müller und Elke Pätzold, die da noch zu den Liberalen gehörten, hatten ihr Parteibuch zurückgegeben und in der Folge die Fraktion für Homburg gegründet. Sie waren allerdings nicht die ersten Parteiwechsler im Stadtrat. Den aktuellen Reigen eröffnet hatte Jörg Herrlinger. Er war im Dezember von den Grünen zur CDU übergetreten.