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Zweibrücken: Sparkasse schließt nach Ekel-Vorfall auch zweiten Zugang

Nach Ekel-Vorfall ab sofort beide Zugänge dicht : „Es war alles voller Blut – sogar die Wände“: Sparkasse in Zweibrücken schiebt Vandalen Riegel vor

Erst musste die Sparkasse den Zugang am Schloßplatz über Nacht schließen. Jetzt ist auch der an der Münzstraße betroffen. Was sich dort ereignete, muss für die Reinigungskräfte ein Horror gewesen sein.

Jetzt reicht es der Sparkasse Südwestpfalz. Sie macht beide Zugänge zu ihren Selbstbedienungsbereichen in der Innenstadt über Nacht dicht. Der Eingang am Schloßplatz musste nach wiederholten Vorfällen von Vandalismus bereits kurz vor Weihnachten abends geschlossen werden.

Nun trifft es auch den Eingang Münzstraße. Dort haben sich am frühen Sonntag Dinge abgespielt, die für die Reinigungskräfte am Montagmorgen ein wahrer Horror gewesen sein müssen.

Auf Anfrage berichtet Iris Steuer, Sprecherin des Unternehmens, was der Merkur bereits in der Montagausgabe auf Basis einer kurzen Polizeimeldung (die Beamten eilten nach Zeugenhinweisen zum Tatort) berichtet hatte: Ein Betrunkener hielt sich am Sonntagmorgen im frei zugänglichen SB-Bereich an der Münzstraße auf. Dort hantierte der 32-Jährige am Zugangsmechanismus der Tür, also der Technik, die per Lichtschranke die Türe öffnet und schließt. Dabei schädigte sich der Täter allerdings auch selbst: Er verletzte sich offenbar erheblich. Das muss ihn rasend gemacht haben, denn er verschmierte daraufhin den SB-Bereich mit seinem Blut.

„Es war alles voller Blut – sogar die Wände“ berichtet Steuer. Die Reinigungskräfte leisteten vorbildliche Arbeit, denn am Montagnachmittag konnte der Merkur-Reporter beim Betreten keine Spuren des Vorfalls mehr entdecken.

Aber natürlich ist es kein Zustand, den Vandalen die Spuren ihrer Exzesse wegzumachen, daher handelt die Sparkasse, wie sie am Montag mitteilte. Man sehe leider keine andere Möglichkeit mehr, als nun in den Abendstunden beide SB-Bereiche zu sperren. Der Eingang am Schloßplatz ist seit 23. Dezember von 18.30 bis sechs Uhr gesperrt (es gab hier wiederholt Probleme, zuletzt hatte ein Vandale einen dort befestigen Feuerlöscher aus der Verankerung gerissen und den Inhalt versprüht, wir berichteten); nun trifft es auch den Eingang an der Münzstraße, dieser bleibt, sobald die Zeitschaltuhr in den nächsten Tagen entsprechend justiert ist, von 18.30 bis 7.30 Uhr geschlossen.

„Die Sparkasse bittet um Verständnis für diese Maßnahme, die letztendlich dazu dient, sowohl die Kunden als auch das Gebäude selbst vor weiterem Vandalismus zu schützen“, heißt es in der Pressemitteilung der Sparkasse.

Gibt es an den anderen Standorten der Sparkasse Südwestpfalz eigentlich auch derartige Probleme mit Vandalen? „Probleme in diesem Ausmaß haben wir nur in Zweibrücken“, antwortet die Unternehmenssprecherin.

Steuer deutet vorsichtig an, dass die Sparkasse nicht unbedingt in einem gänzlich unproblematischen Umfeld liege. Tatsächlich ist der wenige Meter entfernte Busbahnhof wiederholt Tatort von Pöbeleien und Schlägereien gewesen und der ebenfalls nahe Schulhof des Helmholtz-Gymnasiums wird regelmäßig von Vandalen heimgesucht, nun sollen dort sieben Überwachungskameras für mehr Sicherheit sorgen (wir berichteten).

 Der Eingang zur Sparkasse an der Münzstraße am Montag. Nichts erinnerte mehr an den Ekel-Vorfall von Sonntagmorgen, als ein Vandale dort gewütet, sich selbst verletzte und offenkundig im Zorn darüber alles mit Blut verschmierte hatte - sogar die Wände. Foto: Mathias Schneck
Der Eingang zur Sparkasse an der Münzstraße am Montag. Nichts erinnerte mehr an den Ekel-Vorfall von Sonntagmorgen, als ein Vandale dort gewütet, sich selbst verletzte und offenkundig im Zorn darüber alles mit Blut verschmierte hatte - sogar die Wände. Foto: Mathias Schneck Foto: Mathias Schneck

Der Leiter der Polizei in Zweibrücken, Matthias Mahl, hat mehrfach erklärt (zuletzt im Juni 2020 im Merkur), dass eine Videoüberwachung des Busbahnhofs am Ex-City-Outlet zu begrüßen wäre. Allerdings hat der Datenschutzbeauftragte des Landes dagegen Bedenken angemeldet.