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Zweibrücken: Musikschule plant „Rock-Pop-Area“ und setzt auf Umzug

Bilanz im Kulturausschuss : Musikschule plant „Rock-Pop-Area“ und wünscht Umzug

42 Lenze schon zählt die städtische Herzog-Christian-Musikschule der Stadt Zweibrücken. Aber ein Jahr wie 2020 hat die Schule, die 1979 gegründet wurde, wohl noch keines erlebt. Abgesehen natürlich von 2021. Corona drückte vielen Lebensbereichen und Aktivitäten den Stempel auf.

Selbstredend auch der städtischen Musikschule.

Walter Theisohn, Leiter der Einrichtung, zog jetzt im Kulturausschuss Bilanz. Die Zahl der Veranstaltungen, die 2020 abgesagt werden musste, ist groß. Unter anderem traf es das beliebte Musikschulkonzert, die Mitwirkungen bei Vernissagen und öffentlichen Anlässen, Workshops und Straßenmusik beim Kindertag am 1. Juni.

Immerhin: Es war 2020 möglich, Unterricht zu geben. Beliebtestes Instrument war die Gitarre mit 70 Teilnehmern, gefolgt von Klavier (64) und Violine (35). In den Genuss von musikalischer Früherziehung kamen 31 junge Menschen. Insgesamt geschult wurden im vergangenen Jahr 379 Schüler. Die Herzog-Christian-Musikschule hat drei Personen im Angestelltenverhältnis mit Theisohn als Leiter. Die Landeszuweisung betrug rund 35 000 Euro.

Das Jahr 2020 und auch das aktuelle Jahr werden, wie gesagt, nicht zu den Glanzlichtern der Musikschule in die Chroniken eingehen. Umso lieber blickte Theisohn voraus. Und da hat seine Einrichtung zwei spannende Projekte im Köcher: So ist eine „Rock-Pop-Area“ (Arbeitstitel) geplant. Diese soll in dem Raum, in dem sich einst die Ostdeutschen Heimatstuben befanden, ihren Platz finden. Man sei dabei, den Raum mit Beschallung, Technik für Soundrecording und Instrumenten (E-Gitarre, E-Bass plus Verstärkeranlage, Trommeln) auszustatten. Für diese Investition seien 5000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt worden, ferner greife man auf Spenden beziehungsweise Eigenmittel zurück.

Ferner plant die Musikschule die Einrichtung eines „Bläser-Kompetenz-Zentrums Südwest BKZ“. Hinter dem Projekt mit dem etwas sperrigen Namen verbirgt sich eine Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle. „Ziel ist es, über die Musikschule eine Ausbildung, Betreuung und Weiterführung zu den städtischen Ensembles und darüber hinaus sicherzustellen“, erläuterte Theisohn das Vorhaben. „Perspektivisch ist die Ausweitung auf andere Instrumentenzweige denkbar.

Eine „perspektivische Option“ sei für die Musikschule auch ein Umzug vom derzeitigen Standort in der Grinsardstraße in die Räume der Hauptschule Nord. Theisohn findet, „das Einbeziehen der Musikschule in diesen Komplex stellt eine kultur-synergetisch sinnvolle Maßnahme dar im Rahmen der Schaffung eines ,Kulturzentrum’ in dem Schulgebäude“.

Pläne für die Einrichtung eines solchen Kulturzentrums mit unterschiedlichen Angeboten und Dienstleistungen in der Hauptschule Nord wurden bereits wiederholt in der Stadt diskutiert.