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Förderstipendien Saarbrücken 2021 für Darja Linder und Christiane Wien

Förderstipendien für Darja Linder und Christiane Wien : „Sie zeigt die feministische Seite der Kunst“

Die Stadt Saarbrücken hat die Förderstipendien 2020 an Darja Linder und Christiane Wien verliehen.

Am Mittwochabend wurden im Festsaal des Rathauses St. Johann die Förderstipendien der Landeshauptstadt Saarbrücken verliehen – die Förderstipendien 2020 wohlgemerkt. Denn aufgrund von Corona konnte die Zeremonie vor ziemlich genau einem Jahr nicht stattfinden. Und auch diesmal war die Veranstaltung wegen der begrenzten Besucherzahl nicht öffentlich. Corona ist wieder allgegenwärtig. Auch in der Begrüßungsrede von Dr. Sabine Dengel, Dezernentin für Bildung, Kultur und Jugend. „Es waren zwei schwere Jahre, die die Kultur hart getroffen haben“, sagte sie zu Beginn. „Die Zeiten sind immer noch nicht unbeschwert, aber wir wollten nicht länger warten, die Urkunden an die Förderstipendiatinnen Darja Linder und Christiane Wien zu verleihen“, und sie betonte, dass die Auszeichnung und das Preisgeld schon ausgezahlt wurden.

Da der Kulturausschuss über die Vergabe der Förderstipendien berät, lag es an zwei Mitgliedern des Ausschusses, die Auswahl der Förderstipendiatinnen zu begründen. So erläuterte Susanne Commerçon-Mohr zuerst, dass im Jahr 2020 das Verfahren komplett anders abgelaufen sei – wegen Corona. „Jedes Jurymitglied hat die Bewerbungen einzeln gesichtet, es fand nur wenig Austausch statt. Aber unabhängig voneinander kamen die Jurymitglieder zu dem gleichen Ergebnis“, berichtete sie. Dann stellte sie eine der Preisträgerinnen, Darja Linder, vor.

Die aus Russland stammende Künstlerin hat in Düren, Nordrhein-Westfalen, ihr Abitur gemacht, kam 2012 nach Saarbrücken und hat hier  Deutsch und Bildende Kunst auf Lehramt sowie an der HBK Saar studiert. Seit dem Jahr 2020 hat Darja Linder ihr Meisterschülerinnenstudium bei Prof. Gabriele Langendorf beendet, führt seither ein Atelier in der Bismarckstraße.

Den Ausschlag gegeben, sie für das Förderstipendium auszuwählen, habe ihr unermüdlicher Einsatz für die hiesige Kulturszene. Denn Darja Linder veranstaltet Konzerte und Kulturevents. So war auch ihre Abschlussarbeit an der HBK Saar eine von ihr organisierte Pyjamaparty in einem Club gewesen, die sie anschließend künstlerisch verarbeitete. „Darja Linder ist ganz nah dran an der Lebenswelt junger Menschen und sie arbeitet viel mit weiblichen Themen, wie dem Herstellen von Softsexspielzeug. Sie zeigt die feministische Seite der Kunst“, so die Begründung der Jury.

 Förderstipendiatin Christiane Wien bei einer Ausstellung im Saarbrücker Künstlerhaus.
Förderstipendiatin Christiane Wien bei einer Ausstellung im Saarbrücker Künstlerhaus. Foto: Iris Maria Maurer

Dr. Sirin Özfirat hielt die Laudatio auf die zweite Förderpreisstipendiatin, Christiane Wien. „Mit ihr hat sich die Jury für eine Reisende entschieden“, hieß es, denn Christiane Wien hat eine erstaunliche Biografie. Geboren in Baden-Baden, studierte sie Germanistik in Berlin, den USA und Freiburg, gründete eine eigene Firma, war erfolgreich. Dann aber, im Jahr 2016, veränderte sie sich, und entschied, Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter zu studieren. Für ihr Masterstudium kam sie an die HBK Saar und hat in den letzten drei Jahren – trotz Corona – unglaubliche acht Stipendien oder Förderpreise in ganz Deutschland gewonnen. Christiane Wien widmet sich der Klangkunst. Sie untersucht das akustische Potenzial, zurzeit von Beton, einem Material, mit dem man Klangkunst wohl nicht unbedingt in Verbindung bringen würde. Die Jury war davon beeindruckt und zeichnete die Künstlerin dafür aus.