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Amazon-Ansiedlung: Kritiker übergeben Unterschriften an OB Wosnitza

BI händigt OB Wosnitza Petition aus : Amazon-Ansiedlung: Kritiker übergeben 1206 Unterschriften

Bürgerinitiative händigt OB Marold Wosnitza Unterschriften und Petition aus. Zum Bedauern der Kritiker kommt es bei dem Termin nicht zum Gespräch.

 Die Bürgerinitiative (BI) „Amazon in Zweibrücken – so nicht!“ hat am Freitag eine Petition mit  insgesamt 1206 Unterschriften an Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) überreicht. „Wir haben die Hoffnung, dass vielleicht doch noch ein Umdenken möglich ist und wir im größeren Rahmen diskutieren können“, betonte BI-Sprecher Marc Sadowski bei dem Termin.

Wie mehrfach berichtet, kritisiert die Bürgerinitiative unter anderem, dass Amazon seine Mitarbeiter ausbeute und kaum Steuern in Deutschland bezahle. Außerdem fordern die Kritiker von der Stadt Zweibrücken einen offenen Dialog mit der Bevölkerung und dass die Verwaltung dem Versandriesen Auflagen macht.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) sicherte bei der Übergabe im Foyer des Rathauses zu, die Petition nach eingehender Prüfung in das Verfahren einzupflegen.

Gerne hätten die Beteiligten die Übergabe dazu genutzt, mit dem OB ins Gespräch zu kommen, doch dazu kam es nicht. „Schade“, bedauerte BI-Sprecherin Marlene Herzog. Sie überreichte dem OB noch eine Mappe mit kritischen Berichten zu Amazon. „Als gebildeter Mensch kommt man gar nicht umhin, Amazon kritisch zu hinterfragen. Vielmehr brauchen wir für Zweibrücken etwas Nachhaltiges, das die Region stärkt und zukunftsfähig macht“, betonte sie im Anschluss im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur.

Amazon könne dies nicht leisten und koste die Region am Ende nur Geld, da unter anderem in zusätzliche Straßen und Lärmschutz investiert werden müsse. Das schaffe keinen Mehrwert, und die Folgekosten trügen am Ende die Bürger. „Arbeitsplätze wird es geben, natürlich, aber für wie lange? Langfristig werden sie durch Roboter ersetzt“, ist Herzog überzeugt.

Gerne würde der BI mit den Verantwortlichen und Menschen aus der Region diese Fragen öffentlich diskutieren, wozu es bislang aber leider nicht gekommen ist. „Das ist aus unserer Sicht keine Politik, die in irgendeiner Form eine Akzeptanz oder kritische Kommunikation fördert“, bedauert die Bürgerinitiative.