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Wege von „Himmelsbergchörchen“, „Cantamus“ und „Cantabile“ durch die Pandemie

„Himmelsbergchörchen“, „Cantamus“ und „Cantabile“ : Die Hoffnung der Chöre ist ungebrochen

Die erste Zweibrücker Chorweihnacht in der voll besetzten Alexanderskirche kam im vergangenen Jahr sehr gut an. Die drei beteiligten Chöre „Himmelsbergchörchen“, „Cantamus“ und „Cantabile“ gehen mit diesem schwierigen Jahr ganz unterschiedlich um.

(red) Am zweiten Advent hätte sie stattgefunden: Die zweite „Zweibrücker Chorweihnacht“ im Rahmen der Adventsmusiken als gemeinschaftliche Benefizveranstaltung zu Gunsten bedürftiger Zweibrücker Kinder. Der Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr hatte die Initiatoren selbst überrascht, denn die Alexanderskirche war komplett gefüllt und über 70 Mitwirkende schufen zusammen mit dem Publikum eine wahrhaft weihnachtliche Atmosphäre.

Die Begeisterung über die Idee, durch die unterschiedlichen Schwerpunkte der drei Chöre eine große Programmvielfalt zu bieten, drückte sich nicht zuletzt in der Spendenfreudigkeit der Zuhörer aus. Und so konnten die Verantwortlichen der Lern- und Spielstuben Spielstuben Webenheim- und Brückenstraße als Spendenempfänger voller Freude und Dankbarkeit jeweils 1111 Euro entgegennehmen.

Das konnte es dieses Jahr nicht geben. Die Kultur leidet und mit ihr die Chöre im Land, die einen großen Beitrag zum regionalen kulturellen und sozialen Leben leisten. Die Einschränkungen aufgrund der Hygieneschutzverordnung, die den erhöhten Ausstoß von Aerosolen beim Singen als besonders gefährlich einstuft, machen eine normale Chorarbeit mit Ziel einer Konzertaufführung praktisch unmöglich.

Wie erleben die drei Chöre, die die Chorweihnacht ins Leben gerufen und sich für dieses Jahr einen ähnlichen Zuspruch erhofft hatten, diese Zeit?

Für „Cantamus“ (Leitung: Bernd Jost) berichtet der Vorsitzende, Klaus Fuhrmann, dass sich der Chor nach dem Einstellen der Proben ein paar Mal im Sommer zu Aktivitäten im Freien getroffen hat, um den Kontakt untereinander nicht abreißen zu lassen. So traf man sich zu einem Abendspaziergang mit Abschluss im Biergarten, zu einer Stadtführung und auch die neue Minigolfanlage an der Schließ wurde ausprobiert. Wann es mit den Proben wieder weitergehen kann, muss entsprechend den Verordnungen abgewartet werden. Cantamus stellt die Zeit bis dahin unter das Motto des Musikstücks, an dem sie zuletzt gearbeitet haben: „Hinterm Horizont geht’s weiter“. Darüber hinaus hat man unter den Vereinsmitgliedern zu Spenden aufgerufen, um den Spielstuben wenigstens einen kleinen Betrag zukommen zu lassen.

Der Chor „Cantabile“ im Volkschor Niederauerbach (Leitung: Carolin Pohl) hatte sich früh entschieden, keine coronakonformen Präsenzproben anzubieten und ist komplett auf Online-Proben via Zoom umzusteigen. Dies findet nach einer gewissen Eingewöhnungszeit beim Großteil des Chores gute Resonanz, wie die Vorsitzende Marion Schäfer-Faul berichtet. Sogar das Angebot eines Stimmbildungs-Workshops wurde auf diese Art umgesetzt. Nicht zuletzt wird das Medium auch einfach „zum Quatschen“ genutzt, wenn die Sehnsucht nach den Sängerkollegen zu groß wird. Darüber hinaus hatte man sich im Sommer zweimal in einem Biergarten getroffen, wo die Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Für nächstes Jahr, in dem Cantabile sein 25-jähriges Bestehen feiert, sind natürlich verschiedene Veranstaltungen und ein Jubiläumskonzert geplant. Inwieweit sich das realisieren lässt, bleibt abzuwarten.

Der dritte Chor im Bunde, das Himmelsbergchörchen (Leitung: Giselheid Stein), vermisst besonders jetzt in der Weihnachtszeit das traditionelle Singen auf den Stationen der Zweibrücker Klinik und in den Seniorenheimen. Auch nach der Schließung des Evangelischen Krankenhauses am Himmelsberg blieb der Chor, der sich ursprünglich aus Mitarbeitern und deren Angehörigen formte, zusammen und sang sich bei vielen Auftritten in die Herzen seiner Zuhörer. Hier wurden im Sommer noch Präsenzproben unter Corona-Bedingungen angeboten. Das bedeutete Singen mit drei Meter Abstand zum Nachbarn und jeweils nur die Hälfte des Chors in einem Raum, Schutzscheibe zwischen Chor und Chorleitung und Maskenpflicht vor dem Einnehmen und Verlassen des fest zugeteilten Platzes.

Alle drei Chöre haben so individuelle Möglichkeiten gefunden, mit der Pandemie umzugehen, aber natürlich ersetzen auch großer Ideenreichtum und vielfältige Kreativität nicht die regelmäßigen Proben und das menschliche Miteinander. Pläne für dieses und nächstes Jahr werden erstmal verschoben, doch die Hoffnung ist ungebrochen, dass irgendwann wieder Chöre und Publikum zueinander finden und gemeinsam schöne Musik erleben. Und so hoffen die Sängerinnen und Sänger mit ihren Chorleitern auf eine gemeinsame „Chorweihnacht“ im nächsten Jahr und wünschen ihrem Publikum ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.