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Mit Wagenheber auf Freund eingeschlagen: Bewährungsstrafe

Mit Wagenheber auf Freund eingeschlagen: Bewährungsstrafe

Wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung ist gestern ein 25-jähriger Zweibrücker vor dem Amtsgericht zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wurde, obwohl er bei der Tat unter Bewährung stand, erneut zur Bewährung ausgesetzt.Der Angeklagte gab zu, mit einem Radkreuz und einem Wagenheber auf seinen Freund eingeschlagen zu haben, der ihm 1500 Euro schuldete.

Wochenlang sei er dem Geld nachgelaufen, bis es ihm am 18. April dieses Jahres zu bunt geworden sei, sagte er. Vor der Filiale der Sparkasse in der Röntgenstraße stellte er den 29-Jährigen zur Rede und forderte einmal mehr sein Geld . Doch dieser reagierte nach eigenen Worten recht schnippisch, da er das Geld für eigene Rechnungen inzwischen ausgegeben hatte. Daraufhin seien ihm "die Gäule durchgegangen", formulierte es der Anwalt des Angeklagten. Das Opfer trug mehrere Platzwunden davon. Inzwischen hat ein sogenannter Täter-Opfer-Ausgleich stattgefunden. So will der Angeklagte als "Schmerzensgeld" dem Freund die Schulden erlassen haben. Der machte vor Gericht in diesem Punkt allerdings widersprüchliche Angaben. Erst sprach er davon, das Geld in Raten zurückgezahlt zu haben - später revidierte er diese Angaben. "Sichtlich bemühte sich der Zeuge, den Angeklagten nicht in ein schlechtes Licht zu setzen", bemerkte daraufhin der Richter.

Der 25-Jährige ist vor Gericht kein Unbekannter. Im März 2012 wurde er schon einmal wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Er hatte im Niederauerbacher Gasthaus Sutter auf der Toilette einem Mann ein Weizenbierglas ins Gesicht geschlagen. Außerdem wurde er schon zweimal wegen Betruges straffällig. Nach Auffassung der Staatsanwältin könne deshalb diesmal nicht wieder eine Bewährungsstrafe ausgesprochen werden. Sie plädierte auf ein Jahr und sechs Monate Gefängnis. Der Verteidiger hielt wegen einer günstigen Sozialprognose eine Bewährungsstrafe für ausreichend. Das sah auch der Richter so.