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„Ausdehnung“ in der Galerie Prisma

„Ausdehnung“ in der Galerie Prisma

Wieder haben die Künstler der Galerie Prisma eine neue Ausstellung eröffnet. Auch dieses Mal sind die Werke von zwei Gastkünstlern zu sehen. Andreas Gerhard zeigt Holzskulpturen, und Hermann Weis stellt Malerei aus.

Ausstellungseröffnungen in der Galerie Prisma sind inzwischen zu einem Kunstevent mutiert. Immer stellen neben den sechs Künstlern der Galerie zwei Gastkünstler ihre Werke aus. Bis zum 13. November sind es heuer Andreas Gerhard (Holzbildhauer) und Hermann Weis mit Malerei . Bei der Vernissage wirkten einige Mitglieder der Theater-AG des Helmholtz-Gymnasiums mit. Sie sangen schmissige Songs aus dem Musical "Der kleine Horrorladen", der ja in Wirklichkeit ein großer Horrorladen ist.

Die Holzskulpturen ragen in Menschengröße empor, grob mit der Motorsäge aus mächtigen Stämmen verschiedener Hölzer gesägt. Manche Körper bleiben grob geschnitten, andere werden geglättet, die Oberfläche geflammt, geölt oder farblasiert, oft wunderbar gemasert. Zwei Engel, übergroß, aus einem Stamm herausgesägt, verharren mit eingezogenen Flügeln, keine gefallenen Engel, sondern majestätisch, aber zu schwer zum Fliegen, sozusagen nach der Arbeit nun mit schwerer Bürde beladen. Der weibliche nackte Körper lässt den Künstler nicht los. Doch die Akte tragen die Schönheit nicht zur Schau, sondern ruhen in sich selbst. Wie der "Denker" zwischen all der Schönheit, nicht wie der Rodin'sche Denker, den Kopf auf den Handrücken gestützt, mit geradem Blick in die schnöde Welt, nein, er eher in sich versunken, er denkt nach innen.

Und Hermann Weis? Er ist dem Formalen weit entrückt. Er trägt Farben auf eine großflächige Sperrholzplatte auf, geschichtet meist, je nach momentaner Grundstimmung und wischt dann mit einer Latte oder einem Spachtel darüber. So entstehen klein- oder auch großflächigere Strukturen, die auf die Betrachter einwirken. Es sind Zufallsstrukturen, die jedoch in ihrer Emotionalität vom Künstler als authentisch bestätigt werden.

Man darf natürlich auch gar nichts bei der Betrachtung denken und sich einfach an den Farben und Formen erfreuen. Es ist auch in der Kunst nicht anders: Wie man hineinruft, so schallt es heraus.

Galerie Prisma, Lammstraße 6, geöffnet freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr