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Mahnmal zur Zerstörung Zweibrückens ist in traurigem Zustand

Mahnmal zur Zerstörung Zweibrückens ist in traurigem Zustand

Ein Mahnmal erinnert auf dem Schlossplatz an die Zerstörung Zweibrückens vor 69 Jahren. Doch die Skulptur ist im Laufe der Jahre verschmutzt. Die Stadt hat jetzt auf Merkur-Nachfrage versprochen, sie bald reinigen zu lassen.

Am Freitag wird in Zweibrücken wieder der Zerstörung Zweibrückens durch den Bombenangriff am 14. März 1945 gedacht. Doch das Mahnmal auf dem Schlossplatz ist in einem traurigen Zustand: Die markante Skulptur wirkt ungepflegt, auf großen Teilen der modernen Edelstahl-Oberfläche wachsen schwarze und grüne Flechten.

Zwei einheimische Künstler haben die Plastik (Gernot Waldner) und auf dem Boden darunter stehende Texte (Michael Dillinger) entworfen, zum 50. Jahrestag wurde das Mahnmal 1995 errichtet. "Das ist wirklich nicht im Sinne des Erfinders", betont Waldner auf Merkur-Anfrage zu dem traurigen Zustand des Mahnmals, "das ist wohl noch nie gesäubert worden". Waldner und Dillinger sagen, sie hätten selbst auch schon überlegt, sich wegen des hässlichen Bewuchses an die Stadt, der das Mahnmal gehört, zu wenden. Aber, so Dillinger: "Es ist immer schlecht, so etwas selbst zu machen." Er hoffe, dass zumindest bis 2015 - wenn der 70. Jahrestag der Bombardierung bevorsteht - das Mahnmal wieder "besser aussieht". Nicht nur wegen des Gedenkens, sondern auch wegen des Stadtbilds: "Für die Perspektive zum Schloss ist diese Skulptur ja ganz wichtig."

"Kunst ist der Versuch, dem Stummen Sprache zu geben, dem Vergessen das Erinnern entgegenzusetzen" - diese Zeilen auf einer Steinplatte unter der Skulptur drohen bald selbst in Vergessenheit zu geraten: Sie sind nämlich nur noch schwer lesbar. Dillinger regt deshalb an, auch die beiden Steinplatten zu reinigen.

Stadtsprecher Heinz Braun versprach auf Merkur-Nachfrage, der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) werde sich das verschmutzte Denkmal anschauen: "Eine Reinigung soll voraussichtlich noch in diesem Monat erfolgen."

Gernot Waldner macht sich noch um zwei weitere seiner Skulpturen Sorgen: Die Plastik vor dem Hofenfels-Gymnasium fange an zu rosten. Und die 2008 an der Fasanerie aufgestellte Skulptur "Der Wanderer", die Waldner gemeinsam mit dem Schriftsteller Wolfgang Ohler geschaffen hat, musste im vergangenen Jahr wegen der Erweiterung des großen Saals abgebaut werden. Der Fasanerie-Pächter habe ihm zwar zugesichert, dass die Skulptur "einen schönen neuen Platz in der Anlage bekommt", sagt Waldner, "aber bis jetzt ist nichts passiert". Die Skulptur ist Polenkönig Stanislaus Leszczynski gewidmet, der vor 300 Jahren Asyl in Zweibrücken fand und die Fasanerie anlegen ließ. Waldner: "Es wäre schön, wenn die Plastik zu dem Jubiläum zurückkäme." Stadtsprecher Braun erklärte, "Der Wanderer" sei wegen des Umbaus unter einen Baum beim ehemaligen Biergarten der Fasanerie verschoben worden: "Es sind nach Angaben der Gewobau noch weitere Baumaßnahmen vorgesehen, bei denen die Figur stören würde. Deshalb bleibt sie derzeit noch an ihrem neuen Standort.