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„Ich denke, dass niemand um den Posten zu beneiden ist“

„Ich denke, dass niemand um den Posten zu beneiden ist“

Der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, war der Favorit des Zweibrücker Pfarrers Wolfgang Emanuel. Doch die mehr als 60 Bischöfe haben den Münchner Erzbischof Reinhard Marx zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

"Ich kann mit der Entscheidung auch gut leben. Es war eine demokratische Wahl", sagt Emanuel. "Ich denke, dass niemand um den Posten zu beneiden ist." Dass fünf Wahlgänge notwendig gewesen seien, zeigt dem Zweibrücker Stadtpfarrer, dass es mehrere wählbare Kandidaten gegeben habe.

Die wichtigste Aufgabe des neuen Vorsitzenden ist laut Emanuel, die Bischofskonferenz "zu einen und das Lagerdenken zu überwinden". Denn in dem Gremium gebe es unterschiedliche Richtungen. Nach seiner Einschätzung gehöre Marx keinem Lager an, was die Aufgabe leichter mache. Mit dem Abschlussbericht über Franz-Peter Tebartz-van Elst oder der weiteren Aufarbeitung der Missbrauchsvorfälle habe Marx schwierige Aufgaben vor sich. Dazu kämen noch die Fragen, wie die Kirche etwa mit wiederverheirateten Menschen umgehen solle.

Die von seinem Vorgänger Robert Zollitsch angestoßene Gesprächsinitiative in der katholischen Kirche solle Marx fortsetzen. Emanuel vermutet, dass Marx die von Papst Franziskus angestoßenen Impulse für die Kirche weiterentwickelt. Die im Vorfeld angeführte Ämterhäufung des Münchner Erzbischofs, der zudem in Rom in den Kardinalsrat zur Kurienreform berufen und im Wirtschaftsrat des Vatikans sitzt, sieht er nicht problematisch, da Marx gesagt habe, dass er etwas aufgeben könne.