Lieber Marienstein!

Nicht mehr all zu viele Zweibrücker können mit deinem Namen etwas anfangen, dem man nur noch in meinem Archiv und als Straße begegnet. In dem Winkel zwischen Bahngleis und Fasaneriewald hat man dich lange in Ruhe gelassen

Nicht mehr all zu viele Zweibrücker können mit deinem Namen etwas anfangen, dem man nur noch in meinem Archiv und als Straße begegnet. In dem Winkel zwischen Bahngleis und Fasaneriewald hat man dich lange in Ruhe gelassen. Und jetzt das: zuerst der Lärm beim Abriss der Brücke über den Schwarzbach, und nun soll hier, am Ort des früheren Bahnübergangs, ein Haltepunkt, also ein kleiner Bahnhof eingerichtet werden und Leben in die Ecke bringen. Es wird allerdings noch ein bisschen dauern, denn in diesem Jahr sind erst einmal die Haltepunkte Stambach und Falkenbusch an der Reihe. Und wer weiß: Vor 41 Jahren hat man in deiner Nachbarschaft den Bahnhof Tschifflik geschlossen, gegen den Protest der Niederauerbacher. Was man einem ganzen Stadtteil vorenthält, soll nun den Besuchern des Rosengartens und Schwimmbades zugute kommen? Oder denkt man schon an Zeiten, wenn der TV Niederauerbach in der Zweiten Liga gegen den 1. FCK spielt?Wenn es soweit ist, sollte man den Haltepunkt nach dir benennen: Am Marienstein. Zur Erinnerung an das Kloster der Reuerinnen, das irgendwo dort draußen wohl um das Jahr 1000, also lange vor Bahn und Stadt, errichtet wurde als eine Art Frauenhaus für gefallene Mädchen, später unter Herzog Stephan in die Mauern seiner Residenz verlegt worden ist, deinen Namen aber zurück gelassen hat: Marienstein. Der Archivar