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"Auf professionelle Füße stellen"

"Auf professionelle Füße stellen"

Zweibrücken. Im Obergeschoss läuft es, im Erdgeschoss streicht ein Betreiber nach dem anderen die Segel, der Keller steht sowieso leer. Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Zweibrücker City-Outlets findet man in der ehemaligen Kaufhalle ein wenig Licht und sehr viel Schatten

Zweibrücken. Im Obergeschoss läuft es, im Erdgeschoss streicht ein Betreiber nach dem anderen die Segel, der Keller steht sowieso leer. Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Zweibrücker City-Outlets findet man in der ehemaligen Kaufhalle ein wenig Licht und sehr viel Schatten. Schuld daran nach Einschätzung des Marketing-Experten Armin Gehl, 60: Nicht ohne Idee, aber ohne ein vernünftig durchdachtes Konzept wurde einfach durchgestartet. "Als ich die Kaufmannschaft im Outlet gefragt habe, haben die mir gesagt, sie hätten noch nie ein Papierkonzept gesehen und keinen Marketingplan", wundert er sich im Merkur-Interview. Schon den Namen City-Outlet hält er wegen der Verwechslungsgefahr mit dem DOZ (Designer Outlets Zweibrücken) für unglücklich.Ein grundlegender Webfehler der Konstruktion sieht Gehl zudem in der starken Stellung der Gewobau. Die habe zwar ihren originären Auftrag, eine erstklassige Immobilie zur Verfügung zu stellen, gut gemacht. Danach habe sie aber nicht den Mut gehabt, die Vermarktung in professionelle Hände zu geben. Mit dem Ergebnis, dass mittlerweile weder Händler noch Kunden dazu zu bewegen seien, im City-Outlet einen Laden zu eröffnen beziehungsweise einzukaufen. Nur ein radikaler Neubeginn könne die Immobilie in dieser Form retten. Dafür müsse man allerdings Geld in die Hand nehmen. > Seite 19: Interview