1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

April, April in der Fußgängerzone

April, April in der Fußgängerzone

Zweibrücken. "Du hast eine kahle Stelle auf dem Kopf." So begrüßte gestern die 17-jährige Olga Maurer ihre Freundin Irina Nowak (Fotos: ek). Deren entsetzte Reaktion zeigte, dass sie nicht mit dem darauffolgenden "April, April!" gerechnet hatte. Verständlich, denn auch Olga Maurer war am Morgen bereits bei ihrer Mutter auf denselben Trick reingefallen

Zweibrücken. "Du hast eine kahle Stelle auf dem Kopf." So begrüßte gestern die 17-jährige Olga Maurer ihre Freundin Irina Nowak (Fotos: ek). Deren entsetzte Reaktion zeigte, dass sie nicht mit dem darauffolgenden "April, April!" gerechnet hatte. Verständlich, denn auch Olga Maurer war am Morgen bereits bei ihrer Mutter auf denselben Trick reingefallen. Wie Irina Nowak und Olga Maurer wurden gestern noch viele andere Zweibrücker zum Narren gehalten. Für die beiden Freundinnen sind Aprilscherze eine schöne Tradition. "Es ist einfach lustig", erklärt Nowak lachend. Klaus Eberle findet es ebenfalls wichtig, diesen Brauch aufrecht zu erhalten: "Solange lachen noch kein Geld kostet, sollte man das auch tun." Er selbst wurde aber noch nicht zum Aprilsnarr gekrönt. Bis jetzt hatte er zudem noch keine Idee, wie er jemanden in den April schicken könnte: "Ich warte auf die passende Gelegenheit." David Glöckner hatte schon die passende Gelegenheit, um seine Freundin Yvonne Dinges in den April zu schicken und diese auch tatkräftig genutzt: "Ich habe zu ihr gesagt, dass sie was am rechten Mundwinkel hängen hat. Als sie den vermeintlichen Fleck abgewischt hatte, habe ich behauptet, dass auf der anderen Seite auch noch etwas hängt". Zwar nicht unbedingt sehr einfallsreich, aber doch effektiv, wie seine Freundin bestätigt. Über den kleinen Spaß hat sie sich nicht wirklich geärgert, obwohl sie Aprilscherze eigentlich nur dann lustig findet, wenn sie selbst nicht das "Opfer" ist. Auf die passende Gelegenheit, ihrem Freund den kleinen Streich heimzuzahlen, wartet sie noch. Gleichermaßen ist Anita Bischof durch einen Aprilscherz hinters Licht geführt worden: "Ich habe eine Email bekommen, in der es heißt, dass die Regierung Reisen in die Türkei bezuschusst. Das war mit Sicherheit ein Aprilscherz." Über den Witz kann Bischof zwar lachen, aber eigentlich mochte sie die Aprilscherztradition noch nie, "selbst als Kind nicht". "Für Kinder sind Witze zum ersten April in Ordnung, aber für mich ist das nichts mehr", meint dagegen Albert Linkiewicz. Er wurde bis jetzt noch nicht in den April geschickt und hofft, dass das auch so bleibt. Dabei behaupten Forscher doch, dass es gerade in Krisenzeiten wichtig ist, die Tradition des Aprilscherzes aufrecht zu erhalten. Besonders, da Brauchtumsforscher schon seit längerem einen Rückgang von Späßen zum ersten April registrieren. Die Krise sollte jetzt die Wende bringen, denn was bleibt den Menschen salopp gesagt noch außer dem Humor. Und lachen ist ja bekanntermaßen gesund für Körper und Geist. tja