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Auto-Gottesdienst am Flughafen Zweibrücken endgültig abgesagt

Kein Gelände verfügbar : Auto-Gottesdienst endgültig abgesagt

(cvw) Es hätte so schön sein können: Wie im Auto-Kino einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Von dem erfolgreichen Pirmasenser Vorbild waren die beiden evangelischen Pfarrer, Silke Gundacker in Contwig und Matthias Strickler in Niederauerbach, sofort begeistert.

Das katholische Pfarrteam Heilig Kreuz unter Leitung von Pfarrer Wolfgang Emanuel sicherte voller Freude die ökumenische Ausrichtung zu. Selbst Musiker, die in dieser Zeit besonders unter ihrem Auftrittsverbot leiden und in finanzielle Schieflage geraten sind, waren bereits in die Gestaltung eingebunden. Silke Gundacker berichtet: „Wir hatten das Programm schon ausgearbeitet für einen besonderen Gottesdienst zu einer besonderen Zeit an einem besonderen Ort.“

Ursprünglich hatte dieser an Muttertag im Rahmen des Autokinos auf dem Flughafengelände stattfinden sollen. Dies scheiterte kurzfristig, als sich herausstellte, dass das Gelände tagsüber bereits vermietet war und nur abends zur Verfügung stand. Bis Dienstagnachmittag verhandelten die Kirchenvertreter anschließend über den Parkplatz am Outlet für den 17. Mai. Silke Gundacker bedauert: „Am Ende kam eine hohe Summer heraus, die wir nicht bezahlen können.“ Dieses Geld stehe in „keinem Verhältnis zu den vielen notleidenden Menschen in unserer Welt“.

Um den Gottesdienst akustisch ansprechend zu gestalten, hätten Antenne Pirmasens, eine Firma für die Technik und die Firma Triwo als Grundstückseigentümerin bezahlt werden müssen. Selbst Oberbürgermeister Marold Wosnitza, der sich sehr engagiert eingesetzt habe, sei es nicht gelungen zu vermitteln. Nach tagelangen Verhandlungen zogen die Geistlichen jetzt die Reißleine. Schweren Herzens, denn das Interesse war riesengroß. „Wir hatten schon so viele Zusagen“, bedauert auch Matthias Strickler. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker hätte seiner Frau in letzter Minute noch den Schwimmbad-Parkplatz in Contwig zur Verfügung stellen können, aber dafür fehlte die geeignete Technik.

„Es sollte wohl nicht sein“, schlussfolgern die Initiatoren. Alle hoffen: „Vielleicht schaffen wir ja einen anderen ökumenischen Gottesdienst an einem ‚besonderen‘ Ort.“ Von den jetzt gewonnen Erkenntnissen kann die Planung von anderen, kreative Ideen profitieren. Und davon hat die Krisenzeit gerade in den Kirchen eine beachtliche Vielfalt hervorgebracht.