Viel Wind um die Windkraft

Am 26. April können nach Großbundenbach jetzt auch die Käshofer Bürger per Urnengang entscheiden, wie sie es mit angedachten Windrädern auf heimischer Gemarkung halten.

Die Bürger von Käshofen schreiten am 26. April zur Wahlurne. In der Sitzung vom Montag haben jetzt auch die Käshofer Ratsmitglieder den Weg dafür freigemacht, dass sie ihre Meinung zum viel diskutierten Thema "Windräder " zwischen Käshofen und Großbundenbach in einem Bürgerentscheid kundtun können. Ob damit aber schon ein generelles Veto gegen das Ausweisen eines Windparks mit sechs Windrädern gefallen ist, bleibt abzuwarten.

Das rechtliche Szenario für Bürgerbegehren und Bürgerentscheid skizzierte in der Montagssitzung im Käshofer Dorfgemeinschaftshaus nochmals der Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land, Karl-Heinz Brügel. Wie im Nachbarort Großbundenbach war es auch in Käshofen zu einer Bürgerinitiative (BI) gekommen (wir berichteten), die ein Bürgerbegehren anstrebte. Mit 111 eingeholten Unterschriften konnten Manfred Bäcker, Martina Vollmar und Hans-Günter Döring, die Initiatoren des Bürgerbegehrens, eine ausreichende Anzahl von Befürwortern einholen. Zum Reizthema in der Gemeinde, wie es Martina Vollmar selbst nach der Sitzungseröffnung für die BI "Keine Windkraft in Käshofen " nochmals formulierte, wollten die Dorfbewohner unbedingt ihre Meinung kundtun. Das habe sie beim Einholen von Unterschriften an zahlreichen Haustüren mitbekommen. Von keiner schönen Sache sprach Ratsmitglied Manfred Bäcker, der nochmals auf das vorausgegangene Bürgervotum verwies und meinte: "71 Prozent sind damals dagegen gewesen. Dieses Votum war eindeutig. Deshalb sollten wir jetzt die Leute wenigstens nochmals fragen."

Dabei verwies Manfred Bäcker nochmals auf das, was die Initiatoren für den Bürgerentscheid als Argumente anführen: 1. Windkrafträder zerstören die einzigartige Natur der Gemarkung Käshofen . 2. Windräder beeinträchtigen die Bevölkerung durch Infraschall, Lärm und Schlagschatten, eine Gesundheitsgefährdung ist nicht auszuschließen. 3. Windräder verringern den Wohnwert des Ortes und führen somit zu einer Wertminderung von Häusern und Grundstücken. 4. Häuser sind dadurch schwieriger zu verkaufen, sodass die derzeit positive Bevölkerungsentwicklung in Käshofen durch Zuzug in Frage steht. 5. Käshofen gehört nicht zu den bevorzugten Windstärkeflächen; die Wirtschaftlichkeit ist anzuzweifeln. Das Contra dazu kam vom Ortsbeigeordneten Hans Martin Weber, das später als Stellungnahme bei drei Gegenstimmen vom Rat angenommen wurde. Weber sagte: "Wir wollen Windräder in Käshofen , weil die Zeit dafür reif ist und man eine solche Chance nicht nochmals geboten bekommt. Wir haben durch den Pachtertrag die Möglichkeit, die Bürger von Käshofen nachhaltig und spürbar zu entlasten. Unsere Gemeinde ist noch schuldenfrei und hat deshalb mit dem Pachtertrag aus der gemeindeeigenen Fläche Gestaltungsspielraum zum Wohle aller Bürger ." Er nannte Beispiele, die von der neuen Geldquelle profitieren könnten: "Unser Gemeinschaftshaus, das allen örtlichen Vereinen kostenlos zu Übungszwecken zur Verfügung steht, muss dringend renoviert werden. Dorffest und Kerwe stehen in Frage. Die gemeindeeigenen Anlagen müssen gepflegt werden. Mit Neinsagen und Verhindern kommt man nicht weiter, man bewegt sich rückwärts".

Die Räte schlossen sich dieser Argumentation an und wiesen das Bürgerbegehren zurück; somit ist der Weg frei für den Urnengang. Dass die Bürger in der Sache ohnehin noch informiert und unterrichtet worden wären, machte Ortsbürgermeister Karl Hoffmann in der Sitzung deutlich.

Das Vorpreschen der BI wurde zudem gerügt, was deren Vertreter mit Hinweis auf den sich abzeichnenden Zeitverzug bei der Planung durch die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land allerdings kompensierten.