Streit in CDU ist voll entbrannt

Zweibrücken. Nach der verlorenen Bürgermeisterwahl ist innerhalb der CDU in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land der Streit nun vollends eskaliert. Völlig konsterniert nahm der Kandidat Paul Sefrin die Äußerungen seines Rivalen um die Nominierung Klaus Freiler entgegen

Zweibrücken. Nach der verlorenen Bürgermeisterwahl ist innerhalb der CDU in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land der Streit nun vollends eskaliert. Völlig konsterniert nahm der Kandidat Paul Sefrin die Äußerungen seines Rivalen um die Nominierung Klaus Freiler entgegen. Dieser machte als Ursache für das desaströse Abschneiden der Partei in "Niedertracht und Machtgier" aus, die sich beim Wähler nicht auszahlen würden. Außerdem, so Freiler, habe der CDU-Kandidat im Wahlkampf eine schwache Figur abgegeben."Er soll sich für solche Äußerungen schämen", entgegnet Paul Sefrin, der die Auffassung vertritt, dass die CDU im Zweibrücker Land lange vor seiner Bewerbung "heruntergewirtschaftet war". Dass einige in der Partei gegen ihren eigenen Kandidaten gearbeitet hätten, müsste zu personellen Konsequenzen führen. Damit zielt der Bechhofer Ortsbürgermeister vor allem auf den Parteichef Herbert Schmidt, dessen sofortige Ablösung das CDU-Urgestein Alban Pirro bereits am Wahlabend gefordert hat (wir berichteten). Entscheiden müssten darüber allerdings die Mitglieder.

Auf die Frage, ob Freiler nach dessen harschen Worten noch als Fraktionsvorsitzender tragbar ist, meinte der Bechhofer: "Dazu möchte ich mich nicht äußern. Das muss die Fraktion selbst entscheiden." Ob er selbst für den Neuanfang in der Partei zur Verfügung steht, lässt Sefrin offen: "Wenn die Partei es will, ist alles möglich." Der geschlagene Kandidat bedankt sich bei allen, die ihn im Wahlkampf unterstützt haben: "Wenn dies die gesamte Partei gemacht hätte, dann wäre das Ergebnis deutlich besser gewesen." Sefrin verweist hier vor allem auf die vielen Stimmen, die er in Bechhofen verbuchen konnte, wo die CDU einen herausragenden Wahlkampf geführt habe.

Schmidt stellt in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur klar, dass er selbst schon seit einiger Zeit Neuwahlen anstrebe: "Es ist klar, dass die CDU neu aufgestellt werden muss." Einen Rücktritt seinerseits ziehe er nicht in Betracht. Mit Blick in Richtung Bechhofen erklärte er: "Hass und Fanatismus sind schlechte Berater." Sefrin habe die Wahl zu einer Richtungswahl erklärt. Mit einer Neuwahl des CDU-Vorstandes solle unterstrichen werden, dass die CDU für Glaubwürdigkeit stehe und den Bürgerwillen im Auge habe. Die Partei habe die Substanz und ein gutes Personalangebot, um dieses auch leisten zu können. Wann die Neuwahlen stattfinden, will Schmidt gemeinsam mit dem derzeitigen Vorstand festlegen. Pirro rät der Vorsitzende sich auf sein hohes Alter zu besinnen und es den Jungen in der CDU ermöglichen, gute Politik zu machen: "Er hat der Partei seit Jahren nichts Gutes getan." Wenn sich Pirro an die Empfehlung halte, würden es ihm die Menschen in der Region vielleicht danken. Foto: pm

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