Nur wenige suchen den Dialog

Südwestpfalz. Bürgerbeteiligung einmal anders: nicht in Form eines Protestes, sondern in Form von konkreten Handlungs- und Verbesserungsvorschlägen direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Bürgerdialog der Kreisvolkshochschule Südwestpfalz (KVHS) hatten interessierte Bürger jetzt die Gelegenheit, ihre Ideen über die Zukunft Deutschlands zu formulieren

Südwestpfalz. Bürgerbeteiligung einmal anders: nicht in Form eines Protestes, sondern in Form von konkreten Handlungs- und Verbesserungsvorschlägen direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Bürgerdialog der Kreisvolkshochschule Südwestpfalz (KVHS) hatten interessierte Bürger jetzt die Gelegenheit, ihre Ideen über die Zukunft Deutschlands zu formulieren.Die Kreisvolkshochschule in Rodalben im Dr.-Lederer-Haus war einer von 50 Standorten in Deutschland, die für diesen direkten Bürgerdialog ausgewählt wurde. Zwei der Teilnehmer, Tim Hirschinger und Brigitte Hanke, haben nun sogar die Möglichkeit, im Juni in Berlin Kanzlerin Angela Merkel persönlich zu treffen.

Wie sieht Deutschland in fünf bis zehn Jahren aus? In welche Richtung wird sich das Leben in unserem Land in den nächsten Jahren entwickeln? Diese Fragen diskutiert die Bundeskanzlerin seit etwa einem Jahr mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis im "Dialog über Deutschland". Nun sollen hierfür auch die Ideen der Bürger gesammelt und zur Diskussion gestellt werden.

Wie wollen wir leben? Wie sieht das Lernen in Zukunft aus? Wie wollen wir zusammenleben? Diese drei Fragen waren vorgegeben und sollten aus unterschiedlichen Blickwinkeln kurz, aber prägnant beantwortet werden. Eigentlich ein spannendes Thema, dennoch blieb die Teilnehmerzahl hinter den Erwartungen zurück. Zu der rund vierstündigen Veranstaltung waren 20 Teilnehmer ins Dr.-Lederer-Haus gekommen. "Wir hatten uns mehr Resonanz erhofft", zeigte sich der Leiter der Kreisvolkshochschule, Hans Heinen, enttäuscht über die relativ geringe Beteiligung.

"Ein lokales Thema hätte sicherlich mehr Bürger zur Teilnahme bewegt", sieht der Organisator die abstrakte Fragestellung als einen Grund dafür.

Das Moderatoren-Ehepaar Bianca und Thomas Wagner hatte eigens einen Workshop besucht, um die Teilnehmer beim Zusammentragen und Formulieren der Ergebnisse bestmöglich zu unterstützen. Nach kurzer Einführung machten sich die Gruppen an die Beantwortung der Fragen.

Die Ergebnisse der Diskussionen konnten sich sehen lassen. Da wurde das Lernen aus ganzheitlicher Sicht betrachtet und deshalb für eine Kompetenz- anstatt einer reinen Wissensvermittlung in der Schule plädiert.

Eine weitere Gruppe setzte sich mit der Zukunft der Arbeit auseinander. Sie sahen die Arbeitgeber in der Pflicht, sich für den Dialog von Alt und Jung in der Arbeitswelt starkzumachen. Gleichzeitig solle aber auch der Staat dies unterstützen. Konkrete Vorschläge lieferte die Gruppe, die sich über das Zusammenleben in der Gesellschaft ausgetauscht hatte, etwa einen verstärkten Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen. Wer die Vorschläge ansehen oder eigene Ideen veröffentlichen möchte, kann das auf der Internetplattform des Bürgerdialogs tun. bos

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