Backofen hat Feuertaufe bestanden

Mit Bravour hat der große Backofen auf dem Rosenkopfer Dorfplatz am Wochenende seine Feuertaufe bestanden. Bäckermeister Karl Sprengard bewies handwerkliches Geschick beim „Quetschekuchebacken“.

Der Ort mit seinen 380 Seelen auf der Sickingerhöhe ist seit dem Wochenende um eine kleine Attraktion reicher. Auf dem Platz, wo in der Vergangenheit rauschende Dorffeste gefeiert wurden, steht jetzt ein großer Holzbackofen. Mit einem öffentlichen "Quetschekuchebacken" hat er seine Feuertaufe im wahrsten Wortsinn erhalten. Mit den Backergebnissen war Bäckermeister Karl Sprengard aus dem Nachbarort Martinshöhe sehr zufrieden. Nach den Kuchen gab es Flammkuchen, gleichfalls eigene Herstellung und nicht weniger schmackhaft.

Es sei schließlich kein Geheimnis, so Rosenkopfs Bürgermeister Jürgen Plagemann, dass Essen und Trinken noch immer die Menschen zusammenführt. "Ob Qetsche- orre Zwiwwelkuche, meinteweche a Flammkuche, wenn zum Esse noch es Drinke kommt, dann sinn alle Leid schnell bei guude Geschbräche unn die feele uns heit jo iwwerall". Mehr oder weniger totgelaufen habe sich das Dorffest, wo es zwar auch Essen und Trinken gab. Doch dahinter habe stets der enorme Aufwand an Helfern gestanden. "Da konnten einfach nicht alle feiern, war die Dorfgemeinschaft zumindest zum Teil eingespannt und das ist bei einem solchen Fest wie dem heutigen halt nicht der Fall. Da ist alles überschaubarer mit viel weniger Stress verknüpft."

Die Backofen-Idee war im Ortsgemeinderat geboren worden. Dabei habe die Vorreiterrolle von Kleinbundenbach zumindest einen Denkanstoß gegeben, so Plagemann ein. Vergleichen ließen sich die beiden Öfen aber nicht. Plagemann: "Wir haben hier in Rosenkopf eine fertige Ofenkassette genommen und einen Backofen drumherum gebaut. Das Geschaffene soll noch mit einem offenen Haus überdacht werden. Vermutlich in einer Holzkonstruktion, damit der eigentliche Backofen auch bei schlechter Witterung nutzbar ist und niemand im Regen steht." Architekt Rolf Vogelsang, Mitglied im Ortsgemeinderat, übernahm die Gesamtplanung. Einhellig fiel das Lob am Wochenende dazu aus, dass der eigentliche Backofen schon jetzt in eine sehr ansprechende "Ummantelung" eingebettet wurde. Plagemann: "Wie man sieht, können schwarze und graue Wegeplatten richtig vermauert ein sehr ansprechendes Bild abgeben". Hans-Jörg Stucky aus Kleinbundenbach, der auch in seinem Heimatort mit beim "Backhaus" als gelernter Maurer Hand anlegte, leistete übrigens Nachbarschaftshilfe und sprach gleichfalls von einer gelungenen Planung.

Zum Zwetschgenkuchen gab es, wie das in der Pfalz üblich ist, Kartoffelsuppe . Fast 100 Personen kamen auf Anhieb zum Treff auf dem alten Dorfplatz, wo einst die Dorfschule stand. Für den Bürgermeister und Ratsmitglieder eine erste Riesenüberraschung, denn mit einem solchen Zuspruch hatte niemand gerechnet.