Gräber werden 45 Prozent teurer

Der Hornbacher Stadtrat hat bei einer Gegenstimme beschlossen, Friedhofs- und Bestattungsgebühren um 45 Prozent zu erhöhen. Unter Zwang, weil es sonst keine Zuschüsse des Landes geben würde.

Markige Worte des Stadtbürgermeisters Reinhold Hohn (FDP ), viele Diskussionsbeiträge und doch, bis auf Axel Mönch (SPD ) sprach sich im Hornbacher Stadtrat niemand gegen die gewaltige Bestattungsgebühren-Anhebung aus: Fast um die Hälfte schnellen auf Vorschlag der Verbandsgemeinde-Verwaltung die Sätze hoch. Das Reihengrab beispielsweise von 650 Euro auf 942,50 Euro, das Tiefengrab von 2600 auf 3370 Euro.

Ein Zurückrudern wird es wohl kaum geben, obwohl der Rat geschlossen von der Verwaltung mehr Erläuterungen als Beitrag zur Gebührentransparenz erbeten hat. Das Damoklesschwert "Wegfall von Landeszuschüssen" blockierte förmlich die freie Entscheidungsfindung im Rat. Versuche, eine Gebührenstaffelung unter sozialen Gesichtspunkten einzufordern, wie sie beispielsweise Eva Lauer (SPD ) forderte, waren zum Scheitern verurteilt, weil dies rechtlich unzulässig wäre. Beigeordneter Helmut Weiske (CDU ) räumte ein, dass die Anhebung längst überfällig sei, man dies aber in der Vergangenheit auch aus wahltaktischen Gründen unterlassen habe: "Wir haben Fehler gemacht, deshalb sollte man jetzt zu den Dingen stehen." Ähnlich äußerte sich Hohn: "In den letzten 10 bis 15 Jahren wurde an der Gebührenschraube nicht gedreht. Ein Fehler, künftig sollten wir zeitnah justieren." Hätte man den Trend zu Urnengräbern voraussehen können, hätte man auch den Friedhof räumlich viel kleiner gehalten. Axel Mönch war nicht grundsätzlich gegen die Gebühren-Anhebung, hätte sich aber einen anderen Prozentsatz gewünscht.

Geebnet hat der Stadtrat den Weg für die beantragte Baugenehmigung, um das Vorhaben auf dem Oberbeiwalderhof zu realisieren. Es soll dort die Parkklinik für psychisch und psychosomatisch kranke Menschen gebaut werden (wir berichteten). Bei der erforderlichen Bebauungsplan-Änderung gab es im Rat keine Meinungsverschiedenheiten.

Das galt gleichermaßen für ein Vorhaben "Auf der Platte", wo einem Unternehmen niemand im Wege stehen will. Meinungsverschiedenheiten dort gibt es allerdings in der Frage, ob dazu auch die Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig wird, wie von der Verwaltung angedeutet.