Zintel macht den Unterschied

Der SV 64 Zweibrücken hat durch den torreichen 36:33-Erfolg gegen Gladbeck den Klassenverbleib in der 3. Handball-Liga so gut wie in der Tasche. Ohne Jerome Müller zeigte sich der SV sehr treffsicher.

Überraschend viele Tore haben die 450 Zweibrücker Handballfans am Samstag beim Spiel des SV 64 in der Westpfalzhalle bejubelt. Beim 36:33 (19:16) gegen den VfL Gladbeck drei mehr für den Gastgeber. Überraschend, weil mit Jerome Müller aufseiten des SV und mit Max Krönung bei den Gästen die beiden Toptorschützen nicht eingesetzt wurden. Der Sieg bedeutet für den SV 64, durch die Punkte 26 und 27 das Saisonziel Klassenverbleib gemeistert zu haben.

Der Zweibrücker Torjäger Jerome Müller, der den Verein nach der Saison wohl in Richtung Zweitligist HG Saarlouis verlässt, saß zwar auf der Bank, wurde aufgrund einer Schulterverletzung aber nicht eingesetzt. Als Vertretung des Linkshänders zeigte mit Robin Egelhof ein weiterer Spieler aus dem A-Jugend-Bundesligakader ein starkes Spiel, erzielte sechs Tore für den Aufsteiger. Überragender Akteur bei den Zweibrückern war aber Spielmacher Björn Zintel, der 13 Treffer beisteuerte. "Das war heute eine enorme kämpferische Leistung mit einem überragenden Zintel", lobte SV-Trainer Stefan Bullacher den Jugendnationalspieler. Es entwickelte sich aber ein spannendes Drittligaspiel. So gingen die 64er durch Tore Robin Egelhofs und Zintels 2:1 in Führung, danach gewannen die Gäste die Oberhand, zogen auf 4:2 vorbei. "In dieser Phase war unsere Spielanlage gut, wir haben aber zu viele dumme technische Fehler gemacht", ärgerte sich Bullacher. So stellte der Trainer die Defensive um. Aris Wöschler wurde für Benni Zellmer auf die vorgezogene Abwehrposition beordert. Damit stand die Formation stabiler. Innerhalb von drei Minuten gelang nun durch zwei Treffer Zintels und je einem von Philipp Hammann und Benni Zellmer ein Zwischenspurt zum 8:6. Nach dem "Team-Time-out" des VfL hatte die SV-Abwehr Probleme. Doch Schlussmann Ladi Kovacin steigerte sich merklich. Dies half, um im Schlussspurt der ersten Hälfte zum 19:16 wegzuziehen. Diesen Vorsprung verteidigte das junge Team. Dabei war Tim Burkholder ein Faktor, dem zunächst während einer Zeitstrafe gegen Wöschler das wichtige 28:26 (47.) und kurz darauf das 29:26 gelang. Er besorgte kurz vor Schluss durch einen Doppelschlag zudem das 32:29. Die Zweibrücker überstanden auch die letzte heikle Phase, als Egelhof 90 Sekunden vor Schluss eine Zeitstrafe erhielt und der VfL nochmal auf 33:35 verkürzte. Es war schließlich Zintel, der in Unterzahl das umjubelte Tor zum 36:33 erzielte.

Zum Thema:

Auf einen BlickSV 64: Kovacin und Klöckner - Egelhof 6, Zintel 13/2, Enders 2 - Hammann 4, Zellmer 2 - Wöschler 2 - Burkholder 4, Denk 3, Bach. cg