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Unterhaltsamer Film mit flotten Gags und Sprüchen von Wolfgang Groos

Enkel für Anfänger : „Enkel für Anfänger“ von Wolfgang Groos

Sie haben entweder gar keine Kinder oder sie vergeigten die Erziehung. Aber jetzt, im Rentenalter, wollen Karin, Gerhard und Philippa es noch einmal wissen. Sie entfliehen der Komfortzone des gutsituierten Rentnerdaseins und heuern bei einer Agentur als Leih-Großeltern an.

Im Kräftespiel der neuen Herausforderung kann zwar für einen Ehemann schnell kein Platz mehr sein, für einen neu gewonnen Liebhaber dafür umso mehr.

Die aus solcher Situation resultierenden Probleme mit hyperaktiven Kindern, Helikoptereltern und sprachlichen Missverständnissen sind der Motor für eine deutsche Komödie öffentlich-rechtlicher Herkunft, die ihre Stars (unter anderen auch noch Dominic Raacke, Palina Rojinski und Julius Weckauf) gut zu nutzen weiß. Denn immerhin unterhält „Enkel für Anfänger“ (★★★) von Regisseur Wolfgang Groos und Drehbuchautor Robert Löhr eine Stunde ganz flott mit Gags und Sprüchen.

Die Wortgefechte zwischen Maren Kroymann und Günter Maria Halmer sind auf ihre Weise fast schon sophisticated, während Barbara Sukowa ihre neue Lieblingsrolle als Pippi-Langstrumpf-Oma ein bisschen strapaziert. Heiner Lauterbach als schwuler Ex-Chirurg ist wie immer in den letzten 20 Jahren eine Bank für sich, solange er nur schlechte Laune mimen muss.

Eine Stunde lang sorgt das alles gegen jede Erwartung für viel Vergnügen, dann greift die Spaßbremse vom Produktionsdampfer Degeto und steuert den bis dahin erfreulich frechen Ausflug der Rüstigen zurück in den Hafen der moralinsauren Biederkeit am Freitagabend in der ARD. Das Fernsehen sollte in solchen Fällen lieber nicht mitreden dürfen, wenn es um Kino geht. 

Deutschland 2019, 104 Min.; Camera Zwo (Sb); Regie: Wolfgang Groos; Buch: Robert Löhr; Kamera: Andreas Berger; Musik: Helmut Zerlett; Besetzung: Maren Kroymann, Heiner Lauterbach, Barbara Sukowa, Palina Rojinski.