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Wie der Vater, so der Sohn

Wie der Vater, so der Sohn

30 Jahre nach seinem Vater Keke hat Mercedes-Pilot Nico Rosberg gestern den Großen Preis von Monaco gewonnen. Sebastian Vettel baute mit Platz zwei seine Führung im WM-Klassement weiter aus.

Was für eine Sternstunde für Mercedes-Pilot Nico Rosberg gestern bei einem turbulenten Rennen im Fürstentum Monaco: Nach drei ersten Startplätzen in Folge konnte der Wahlmonegasse endlich eine Pole Position in einen Sieg umwandeln. Und das in einem chaotischen Rennen mit Unfällen, Rennunterbrechung und drei Safety-Car-Phasen. Unbeirrt von diesen Vorkommnissen raste Rosberg mit perfekter Strategie wie entfesselt zu einem Start-Ziel-Sieg in seinem "Wohnzimmer".

"Dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes für mich. Hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich zu Hause", sprudelte es aus ihm heraus. Überglücklich, sichtbar ergriffen und zu Tränen gerührt beobachtete Vater Keke, Weltmeister von 1982, den Sieg: "Ich habe nie daran gezweifelt und wusste immer, dass er es eines Tages schafft."

"Du hast es perfekt hinbekommen", gratulierte Teamchef Ross Brawn seinem Schützling. Lob und Anerkennung gab's auch von Rosbergs Landsmann Vettel, der den ersten deutschen Doppelsieg im prestigeträchtigen Glamour-Grand-Prix perfekt machte: "Nico hat einen guten Job gemacht, er hat verdient gewonnen, Hut ab."

Der Red-Bull-Pilot selbst war "zufrieden und glücklich mit dem Ergebnis". Er war von Startplatz drei ins Rennen gegangen und baute mit Rang zwei seine WM-Führung aus. Vettel liegt mit 107 Punkten 21 Zähler vor Lotus-Pilot Kimi Räikkönen (86), der mit Rang zehn nur einen Punkt ergatterte. Als Siebter erlitt Ferrari-Star Fernando Alonso im WM-Kampf einen empfindlichen Rückschlag und ist derzeit mit 78 Zählern WM-Dritter. Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton, als Zweiter gestartet, wurde Vierter und ist mit 62 Zählern WM-Vierter. Als Fünfter zeigte Adrian Sutil (Force India) eine tolle Vorstellung.

Die anfangs ereignisarme Nachmittagsprozession entwickelte sich zu einem spektakulären Rennen. In Runde 30 zerlegte Felipe Massa wie schon im Samstagvormittag-Training seinen Ferrari-Boliden nach einem Verbremser im Streckenabschnitt St. Dévote, der Schutzheiligen Monacos. Acht Runden war Bernd Mayländer im Safety-Car unterwegs und sorgte im Feld wieder für Ordnung. In der 46. Runde der nächste, heftige Unfall: Nach einem missglückten Überholmanöver von Max Chilton im Marussia gegen Pastor Maldonado krachte der Williams-Pilot in die Streckenbegrenzung der Tabakskurve. Das Rennen wurde für zehn Minuten unterbrochen. In Runde 63 musste das Safety-Car erneut auf die Strecke, als Lotus-Pilot Romais Grosjean mit Daniel Ricciardo (Toro Rosso) aneinander geriet. Die Strafe folgte sogleich: Grosjean wird in der Startaufstellung des anstehenden Rennens in Kanada um zehn Plätze zurückversetzt.

Für gewaltigen Ärger vor dem Rennen hatte Mercedes gesorgt. Der Rennstall hatte trotz eines Testverbots einen 1000-Kilometer-Reifentest auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona absolviert. Dagegen haben das Red-Bull-Team und Ferrari Protest eingelegt.