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Versprochen ist versprochen

Versprochen ist versprochen

Optimismus verbreiten heißt die Devise des 1. FC Kaiserslautern vor dem Rückspiel auf dem Betzenberg in der Relegation gegen 1899 Hoffenheim. Und das kann kaum einer so gut wie Stürmer Mohamadou Idrissou.

Es war schon spät am Donnerstagabend, da war Mohamadou Idrissou doch noch vor die versammelte Presse getreten. Und wenn Idrissou vor die Presse tritt, dann hat das immer ein wenig von einer Regierungserklärung in eigener Sache. 1:3 hatte sein 1. FC Kaiserslautern gerade im Hinspiel der Relegation bei Noch-Erstligist 1899 Hoffenheim verloren, eine denkbar schlechte Ausgangssituation für das Rückspiel heute (20.30 Uhr/ARD) im Fritz-Walter-Stadion.

Doch Idrissou schob jeden Zweifel beiseite: "Ich bleibe dabei: Ich werde diese Mannschaft in die 1. Liga schießen. Am Montag." Schließlich hatte er genau das vor dem Spiel versprochen, eigentlich sogar schon im vergangenen Sommer bei seiner Vertragsunterschrift, als er angekündigt hatte, dem FCK zum Aufstieg zu verhelfen, im Notfall auch ganz alleine. Und ein Idrissou meint solche Versprechen ernst. Ob ein Tor zum Geburtstag von Trainer Franco Foda, oder dem angekündigten Doppelpack gegen den 1. FC Köln, bisher hat er Wort gehalten: "Wenn einer Tore schießen kann, dann ich. Ein Mann, ein Wort." Und es war ja erst sein Tor zum 1:2, das die Hoffnung beim FCK aufrecht erhalten hat.

Es ist eine Mischung aus tatsächlichem und notgedrungenem Optimismus, den der FCK in den letzten Tagen verbreitete. "Ich bin noch zuversichtlicher als vor dem Hinspiel", sagte Foda sogar. Ihm habe der Auftritt seiner Mannschaft Mut gemacht, dass dieses Spiel noch zu drehen sei: "Es gab ja immer große Befürchtungen, dass der Tempo-Unterschied zwischen 1. und 2. Liga zu groß sei, aber das war nicht der Fall. Jeder glaubt, dass wir das noch drehen können. Gerade hier am Betzenberg hat es schon viele solche Geschichten gegeben." Natürlich ist der Mythos Betzenberg jetzt Kristallisationskern all dieses Optimismus. "Dort kann man sowas nochmal drehen, der Betzenberg wird am Montag beben", sagte Torhüter Tobias Sippel. Schon in Hoffenheim hatten 5000 FCK-Fans ihre Mannschaft immer wieder nach vorne getrieben, heute werden es 50 000 sein. "Die Fans waren fantastisch. Es war wieder so ein Gefühl wie früher, als ich als Spieler dabei war", beschwor Foda alte Zeiten. Dabei werden angesichts der Erfahrungen aus der letzten Relegation, als in Düsseldorf die Fans der Fortuna noch vor dem Schlusspfiff den Innenraum stürmten, die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. "Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet", sagte FCK-Sprecher Christian Gruber.

Erleichternd dürfte dabei nicht nur Idrissous Auswärtstor wirken, sondern auch dass er und Ariel Borysiuk, beide gelb-vorbelastet, ohne Karte ausgekommen waren. Zumal mit Kostas Fortounis, der im Hinspiel wegen Adduktoren-Problemen gefehlt hatte, eine weitere Option zur Verfügung steht und Kapitän Albert Bunjaku wohl wieder eine Option für die Startelf ist. Entscheidend wird für Foda aber ohnehin weniger der Einzelne als das Kollektiv sein, auch wenn es am Ende gerade die individuellen Fehler waren, die zu den drei Gegentoren im Hinspiel geführt hatten. Foda: "Hoffenheim hat die größere individuelle Klasse, das müssen wir versuchen zu kompensieren. Und man hat gesehen, wenn man taktisch gut organisiert ist, kann man das kompensieren." Und den Rest richtet dann einfach Idrissou. Versprochen ist schließlich versprochen.