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Im letzten Viertel fehlte die Energie

Im letzten Viertel fehlte die Energie

Saarlouis/Wasserburg. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die Basketballerinnen der Saarlouis Royals diese Leistung wiederholen könnten. Am Freitagabend erkämpften sie sich gegen den BC Wolfenbüttel (66:50) den Halbfinaleinzug der Playoffs - sie waren schnell, konzentriert, stark, sicher, einfach überlegen. Doch das Spiel war kraftraubend

Saarlouis/Wasserburg. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die Basketballerinnen der Saarlouis Royals diese Leistung wiederholen könnten. Am Freitagabend erkämpften sie sich gegen den BC Wolfenbüttel (66:50) den Halbfinaleinzug der Playoffs - sie waren schnell, konzentriert, stark, sicher, einfach überlegen. Doch das Spiel war kraftraubend. Und das erste Halbfinale fand schon zwei Tage später statt, am gestrigen Sonntagnachmittag. Beim TSV Wasserburg, Mitfavorit auf die deutsche Meisterschaft.Tatsächlich haben die Royals keinen zweiten Sieg errungen. Aber bis ins letzte Viertel hinein hatten sie die Chance dazu und knüpften an die Leistung gegen Wolfenbüttel an. Mit 75:88 (40:33) fiel die Auswärtsniederlage der Royals gegen den TSV Wasserburg dementsprechend zu hoch aus.

Vor 850 Zuschauern legten die Saarlouiserinnen einen Blitzstart aufs Parkett. Tyresa Smith setzte sich im Eins gegen Eins locker durch und drückte den Ball mit Leichtigkeit zum 8:0 durch den Ring (3. Minute). "Wir haben in den ersten drei Vierteln das gemacht, was wir wollten", zeigte sich Royals-Trainer René Spandauw zufrieden, "wir wollten gut verteidigen und darauf den Angriff aufbauen". Wasserburg erholte sich allerdings schnell wieder. Durch viele Offensiv-Rebounds nutzten die Gastgeber aus Bayern ihre Punktechancen und konnten in der elften Minute nach einem Fast Break der starken Tiffany Porter-Talbert ausgleichen (19:19).

Doch die Royals spielten ihr Spiel weiter, ließen sich noch nicht aus der Ruhe bringen. Immer wieder bauten sie sich ihr kleines Polster auf, blieben vorne. Bis ins letzte Viertel. Dieses eröffnete für Wasserburg Katharina Kühn mit ihrem Anschlusstreffer zum 59:60 (31. Minute). "Die Spielerinnen von Wasserburg riechen Blut schon, bevor du blutest", sagte Spandauw. Nur eineinhalb Minuten nach dem Anschluss setzte Wasserburg nach. Sequoia Holmes wagte den ersten Drei-Punkte-Versuch für ihr Team - und sie traf. Der TSV hatte das Spiel gedreht (62:60).

Die Royals versuchten dranzubleiben. Vier Minuten vor Spielende verwandelte Shanara Hollinquest für Saarlouis noch zwei Freiwürfe zum 69:71. Doch dann war das Spiel vorbei, denn dann begannen die Royals tatsächlich zu "bluten". "Wenn man Wasserburg zu viel Freiraum gibt, dann nutzen sie den aus. Da sind sie gnadenlos und werden aktiv", erklärte René Spandauw und beschrieb somit die letzten Minuten, die für die Royals schmerzhaft wurden. Der TSV Wasserburg feuerte einen Ball nach dem anderen auf den Korb, räumte in den letzten vier Minuten noch 17 Punkte ab. Die Royals kamen auf sechs.

"Das Spiel am Freitag hat uns viel gegeben. Wir haben sehr gut gespielt, und das hat uns Selbstvertrauen gebracht und uns weitergeführt", wog René Spandauw ab, "aber vielleicht waren wir dadurch am Sonntag ein bisschen zu müde, vor allem im letzten Viertel. Da haben wir einfach zu viele Denkfehler in der Verteidigung gemacht, und unser Zug zum Korb war weg."

Im zweiten Spiel muss Saarlouis unbedingt punkten, wenn es die Chance auf das Finale und die Titelverteidigung aufrechterhalten will. Das Heimspiel findet am Donnerstagabend (20 Uhr) statt - etwas mehr Zeit als nur zwei Tage, um sich von einem kraftraubenden Spiel zu erholen.