Görges erlebt in Melbourne einen wahren Albtraum

Görges erlebt in Melbourne einen wahren Albtraum

Melbourne. Das erste Grand-Slam-Achtelfinale ihrer Karriere wurde für Julia Görges zum Alptraum, Philipp Kohlschreiber verließ die Australian Open dagegen erhobenen Hauptes. In der Hitze von Melbourne wurden die deutschen Tennis-Hoffnungen gestern deutlich abgekühlt. Vor allem der Auftritt von Görges sorgte für Ernüchterung

Melbourne. Das erste Grand-Slam-Achtelfinale ihrer Karriere wurde für Julia Görges zum Alptraum, Philipp Kohlschreiber verließ die Australian Open dagegen erhobenen Hauptes. In der Hitze von Melbourne wurden die deutschen Tennis-Hoffnungen gestern deutlich abgekühlt. Vor allem der Auftritt von Görges sorgte für Ernüchterung. Gegen die Polin Agnieszka Radwanska verlor die 23-Jährige mit 1:6, 1:6 und zeigte dabei eine desolate Leistung. Kohlschreiber unterlag dem Argentinier Juan Martin del Potro mit 4:6, 2:6, 1:6, bot dem US-Open-Sieger von 2009 aber zumindest phasenweise Paroli.Zu Beginn der zweiten Woche der mit rund 21 Millionen Euro dotierten Veranstaltung ruhen alle deutschen Hoffnungen nun allein auf Sabine Lisicki. Die Berlinerin kämpft am heutigen Montag (9.30 Uhr/Eurosport) gegen die Russin Maria Scharapowa um den Einzug ins Viertelfinale, nachdem Scharapowa am Samstag die Kielerin Angelique Kerber mit 6:1, 6:2 deklassiert hatte.

"Ich freue mich riesig auf das Spiel. Natürlich will ich sie endlich mal schlagen", sagte Lisicki mit Blick auf ihre Zweisatzniederlage im vergangenen Jahr im Halbfinale von Wimbledon. Doch die Aufgabe wird schwer. "Da muss Sabine schon eine super Leistung zeigen", meinte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner.

Eine solche hatte sich Rittner auch von Görges gewünscht. Doch für die Schleswig-Holsteinerin war ihre Viertrunden-Premiere bei einem Grand-Slam-Turnier bereits nach gerade einmal 54 Minuten beendet. Für die einseitige Partie typisch schloss Görges das Match mit einem einfachen Rückhandball ins Aus ab. Es war der 27. leichte Fehler.

"Das war ein absolut rabenschwarzer Tag", sagte Görges enttäuscht. "Das hat sich überhaupt nicht toll angefühlt", meinte die Fed-Cup-Spielerin, die sich so sehr auf ihr erstes Achtelfinale bei einem der vier großen Turniere gefreut hatte. Doch bei 34 Grad Celsius lief bei Görges nichts zusammen. Selbst ihre Eltern schüttelten auf der Tribüne fassungslos den Kopf, so chancen-, mut- und zum Teil fast lustlos hatten sie ihre Tochter selten gesehen. Görges wehrte sich aber gegen den Eindruck, sie habe den Kampf nicht angenommen. "Jeder hat mal einen schlechten Tag. Es ist nur schade, dass so etwas in der vierten Runde bei einem Grand Slam passiert." dpa

Foto: West/afp