„Ich vertraue meiner Mannschaft“

„Ich vertraue meiner Mannschaft“

Saarbrücken. Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken erwartet morgen um 19 Uhr den 1. FC Kaiserslautern II. Am Samstag gab es eine 0:3-Niederlage beim FC Astoria Walldorf. SZ-Mitarbeiter Patric Cordier hat mit FCS-Trainer Falko Götz über die Gründe dafür, über die Qualität des Kaders und über den Einsatzwillen gesprochen.

Herr Götz, steckt der 1. FC Saarbrücken nach zwölf Spielen in der ersten Krise dieser Saison?

Falko Götz (lacht): Das ist der pure Wahnsinn. Ich glaube nicht, dass ich als Trainer nach zwölf Spielen schon einmal 26 Punkte hatte. Bei drei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter muss ich diese Mannschaft doch jetzt nicht wegnageln. Das wäre blinder Aktionismus.

Ihre Mannschaft hat aus drei Spielen sechs Punkte geholt, mit den Auftritten können Sie aber nicht zufrieden sein. 60 Minuten ordentlicher Fußball in der Partie gegen Neckarelz, vier Minuten in Trier, keine in Walldorf.

Götz: Die Aufzählung sehe ich etwas anders. Aber wir sind selbstkritisch genug, dass wir öffentlich artikuliert haben, dass wir mit den Spielen nicht zufrieden sind. Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst - und das haben wir in der Analyse diese Woche auch klar angesprochen.

Ihre Philosophie, Dinge spielerisch zu lösen, ist erkennbar. Vergisst die Mannschaft aber darüber zeitweise die Grundtugenden des Fußballs: Einsatzwille und Laufbereitschaft?

Götz: Wir haben für unser Spiel - sowohl in der Offensive als auch Defensive - klare Vorgaben. Unser Abwehrverhalten, das in den ersten acht, neun Spielen eine Bank war, hat in den letzten drei nicht mehr gepasst. Wir hatten in den Spielen gegen Trier und Neckarelz in einigen Situationen Glück und wurden nicht bestraft. Deshalb muss unser Ansatzpunkt sein, nicht nur im Spiel mit dem Ball überlegen zu sein, sondern vor allem im Spiel gegen den Ball. Wir haben in Walldorf relativ früh zurückgelegen. Wir hatten gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, nach hinten allerdings zu viel gegen diesen spielstarken Gegner zugelassen, wovon ich Alexandre Mendy ausnehmen will, der viele Situationen alleine gelöst hat. Nicht jeder Spieler ist da an seine Grenzen gegangen.

Können Sie Ausfälle wie den von Abwehrchef Peter Chrappan doch nicht 1:1 ersetzen? Fehlt es dem Kader an Qualität?

Götz: Wir haben eine große Fluktuation in der Mannschaft. Verletzte und Gesperrte raus, Wiedergenesene rein. Das war bei den ersten acht, neun Spielen anders. Da konnten wir fast immer mit gleicher Formation spielen. Wir haben einen breiten und guten Kader, aber kein endloses Potenzial an Führungsspielern. Chrappan hält den Laden hinten zusammen. Er ist eine Führungspersönlichkeit - gerade wenn mit Kapitän Jan Fießer noch ein wichtiger Mann fehlt.

Welche Folgen haben diese Erkenntnisse?

Götz: Es hilft nicht, nur unser Spiel in der Offensive zu verbessern. Die Basis war bisher, dass wir hinten gut stehen und aus eigenem Ballbesitz dann Torgefahr entfachen. Dazu gehört, dass alle Spieler gegen den Ball arbeiten und nicht nur vier oder fünf. Zu einer mannschaftlichen Geschlossenheit gehört auch die Bereitschaft, einen Ball wiederzugewinnen, den ein anderer verloren hat. Diese Erkenntnis muss jeder verinnerlichen.

Morgen um 19 Uhr ist der 1. FC Kaiserslautern II zu Gast im Ludwigspark-Stadion. Was macht Sie optimistisch, dass Ihre Mannschaft wieder gut Fußball spielen wird?

Götz: Gegen Walldorf haben wir jetzt mal richtig einen auf den Deckel bekommen. Das gilt es zu verarbeiten, weil auch die Gegner, die jetzt kommen, uns gefährlich werden können, wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze gehen. Darüber haben wir in der Analyse gesprochen, und ich vertraue meiner Mannschaft, dass sie das in den kommenden Wochen wieder umsetzen wird.