3. Liga Unentschieden gegen Rot-Weiß Essen – wilde Schlussminuten im Ludwigspark

Gegen Rot-Weiß Essen ging es für den 1. FC Saarbrücken um die Restchance auf den Aufstieg.

Saarbrücken gegen Rot-Weiß Essen – die Fotos vom Spiel​
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Saarbrücken gegen Rot-Weiß Essen – die Fotos vom Spiel

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Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Fabian Kleer

„Wenn wir alle fünf Spiele gewinnen, ist uns der Relegationsplatz sicher“, hatte Rüdiger Ziehl, Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, vor dem Nachholspiel gegen Rot-Weiß Essen vorgerechnet. Nach dem 1:1 (0:1) haben beide Mannschaften es nun nicht mehr in eigener Hand, sondern müssen auf Patzer der Konkurrenz hoffen.

Ziehl ließ Fabio di Michele Sanchez auf der Bank

Boné Uaferro ersetzte in der Startelf Marcel Gaus, der sich beim enttäuschenden 1:1 beim TSV 1860 München am vergangenen Samstag die zehnte Gelbe Karte abgeholt hatte. Gaus‘ Platz auf der linken Seite übernahm Calogero Rizzuto, der unter der Woche seinen Vertrag beim FCS verlängert hat. Lukas Boeder (er hält sich eine Vertragsverlängerung noch offen) rutschte nach rechts. FCS-Trainer Ziel setzte somit auf Erfahrung, ließ den nominellen Gaus-Vertreter Fabio di Michele Sanchez zunächst auf der Bank. Gaus wird seine aktive Karriere nach der Saison definitiv beenden, „aber ich habe den Plan, hier mit diesem Verein ganz groß abzutreten“, sagte er.

Nach sieben Minuten versetzten die Gäste aus dem Ruhrgebiet dem hehren Ziel einen jähen Dämpfer. Nach einer Ecke von links donnerte Torben Müsel den Ball gegen die Querlatte. Den Abpraller nahm Sascha Voelcke direkt, die Kugel wurde noch abgefälscht und war darum unhaltbar für Tim Schreiber im FCS-Tor – das 1:0 für RWE. An seinem 22. Geburtstag hielt Saarbrückens Nummer eins seine Mannschaft danach im Spiel. Einen Freistoß von Thomas Eisfeld lenkte die Leihgabe von RB Leipzig mit den Fingerspitzen an den Pfosten (20.).

1. FC Saarbrücken: Leise Pfiffe zur Halbzeit

Essen wirkte ballsicherer, reifer. Saarbrücken brauchte einige Zeit, um den Rückschlag zu verdauen. Luka Kerber ging zur Grundlinie und legte ab, Tim Civeja schoss aus 20 Metern auf die Fäuste von Gäste-Torwart Jakob Golz (41.). Es war die beste Möglichkeit der Hausherren, die mit leisen Pfiffen in die Kabine verabschiedet wurden.

Beide Teams kamen personell unverändert zurück, Saarbrücken aber mit ganz anderer Körpersprache. Keine 60 Sekunden nach Wiederanpfiff flog Uaferro mit dem Kopf in eine Ecke, Golz rettete ebenfalls mit dem Kopf, aber klärte nicht. Boeder brachte den Ball erneut vors Tor, doch Manuel Zeitz ihn nicht darin unter (46.) – das hätte der Ausgleich sein können. Fünf Minuten später konterte der FCS. Simon Stehle setzte Boeder ein, der traute sich bereits im Strafraum aber nicht, sofort abzuziehen. Essen konnte klären, gut 600 mitgereiste Fans mussten um die Führung zittern. Zumal Ziehl nach einer Stunde auf Viererkette umstellte und offensiv wechselte: Amine Naïfi und Kasim Rabihic sollten für mehr Druck sorgen als Civeja und Boeder.

Saarbrücker Fans fordern Elfmeter

13 300 FCS-Anhänger forderten dann Elfmeter. Müsel hatte den Ball im Strafraum klar mit der Hand gespielt, Schiedsrichter Felix Weller (Neunkirchen/Siegerland) ließ aber weiterlaufen. Saarbrücken machte weiter: Rabihic schickte Stehle, der zog nach kurzem Haken ab, Golz hielt (65.). Dann war Essens Torhüter machtlos: Naïfi legte am Strafraum quer zu Rabihic, und der versenkte zum 1:1-Ausgleich.

Und weiter ging die wilde Fahrt: Brünker hatte den Siegtreffer auf dem Fuß (70.) und dem Kopf (71.), zunächst hatte Nils Kaiser den Fuß dazwischen, dann strich der Ball am Tor vorbei. Mittlerweile war es ein packendes Drittliga-Spiel. Friedhelm Funkel, Trainer des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, sah zwei potenziell sehr schwierige Gegner für seine Mannschaft in einer Relegation. Der Saarbrücken noch einmal näher kam. Naïfi scheiterte in der Nachspielzeit an gleich drei aufopferungsvoll kämpfenden Essenern – es blieb beim 1:1. So hat der FCS vier Spieltage vor Saisonende vier Punkte Rückstand auf Relegationsplatz drei.

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