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Früher barfuß auf der Straße, jetzt Aufstiegskampf beim FCS

Früher barfuß auf der Straße, jetzt Aufstiegskampf beim FCS

Solomon Okoronkwo ist der neue Topstürmer des 1. FC Saarbrücken. Der Fußball hatte den Nigerianer nach Europa gebracht, der neue FCS-Trainer Falko Götz lotste den 28-Jährigen nun von Erzgebirge Aue ins Saarland.

Das Kreuz an der Halskette ist "nur ein Schmuckstück", sagt Solomon Ndubisi Okoronkwo, Neuzugang des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken : "Und Ndubisi ist der Name meines Vaters." Deutlich mehr Bedeutung als Schmuck und zweiter Name hat die Tätowierung auf seinem linken Unterarm: die olympischen Ringe als Erinnerung an die Sommerspiele von Peking 2008.

"Das war ein geiles Turnier. Erst im Finale haben wir 1:0 gegen Argentinien verloren", erinnert sich der Nigerianer an den Gewinn der Silbermedaille - doch nicht nur daran: "Das war eine wundervolle Veranstaltung. Bei einem Fußballturnier wie Weltmeisterschaft oder Afrika-Cup gibt es nur Fußball . Bei Olympischen Spielen gibt es so viele unterschiedliche Sportarten. Ich habe mir den 100-Meter-Lauf von Usain Bolt angesehen und war beim amerikanischen Basketballteam. Das war alles einfach nur beeindruckend."

Umso mehr, wenn man in einfachen Verhältnissen in Enegu in Nigeria aufwächst. "Ich bin das zweitjüngste Kind meiner Familie, ich habe vier Brüder und drei Schwestern", erzählt "Solo" von seiner Kindheit und dem Fußball : "In der Schule war Fußball mein Ein und Alles. Wir haben immer barfuß auf der Straße gespielt."

Der Sport sollte dann Okoronkwos Sprungbrett nach Europa werden. "2003 war ich bei der U17-WM in Finnland, danach hatte ich eine Einladung zum Probetraining zu Hertha BSC Berlin", erinnert er sich. In der Bundeshauptstadt traf er dann zum ersten Mal auf den Mann, der ihn jetzt zum FCS geholt hat. "Falko Götz war mein Trainer in Berlin und später auch in Aue", erzählt der Stürmer: "Er gibt seinen Spielern enormes Selbstvertrauen. Und Selbstvertrauen ist ganz wichtig im Fußball ."

Zum Fußball gehört aber auch die körperliche Fitness. Da muss Okoronkwo noch nachlegen. "Ich habe mich zwar in Berlin fit gehalten, bin gelaufen", erzählt der 28-Jährige: "Aber Training mit der Mannschaft ist dann doch etwas ganz anderes. Ich mache jeden Tag Extra-Läufe, um die Kondition zu verbessern."

Mit Erfolg. Beim jüngsten Testspiel gegen den Drittligisten Fortuna Köln war der Nigerianer auch im Kopf schneller als die Gegner, markierte das 1:0 beim späteren 2:1-Erfolg. "Ich habe im Fußball eine ganz einfache Philosophie. Ich will immer gewinnen. Dafür muss ich immer 100 Prozent für die Mannschaft geben", sagt der neue Stürmer.

Die Eingewöhnung in Saarbrücken fällt ihm leicht, auch weil seine Frau und sein zweijähriger Sohn schon dabei sind. Die neunte Station in Europa soll für Solomon Okoronkwo dann auch ein längerfristiges Zuhause werden: "Ich hoffe, dass wir in die 3. Liga aufsteigen und ich hier bleibe." Es soll Menschen in Saarbrücken geben, die dafür sogar beten.

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Auf einen BlickDas für morgen geplante Testspiel des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken gegen den israelischen Erstligisten Hapoel Ramat Gan im Saarbrücker Ludwigsparkstadion wurde aufgrund massiver Verletzungsprobleme der Gäste abgesagt. Dafür gibt es an diesem Samstag ab 19.03 Uhr das traditionelle Fantreffen vor dem Saisonauftakt. Im Sitzungsraum 20 an der Hermann-Neuberger-Sportschule werden sich auf Einladung des Fanbeauftragten Peter Thielges neben dem Präsidium mit Hartmut Ostermann , Florian Kern und Dieter Weller der Leiter der Lizenzspielerabteilung, Milan Sasic, und Cheftrainer Falko Götz den Fragen der Anhänger stellen. cor