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Kuranyi geht auf Tuchfühlung mit den saarländischen Fans

Kuranyi geht auf Tuchfühlung mit den saarländischen Fans

Die Nachricht, dass sich Kevin Kuranyi diese Woche beim 1. FC Saarbrücken fit hält, hat sich in Windeseile verbreitet und für ein großes Medienecho gesorgt. Der 33-Jährige präsentiert sich im Saarland ganz volksnah.

 Ein gewöhnungsbedürftiger und seltener Anblick: Kevin Kuranyi in FCS-Trainingsklamotten. Foto: Wieck
Ein gewöhnungsbedürftiger und seltener Anblick: Kevin Kuranyi in FCS-Trainingsklamotten. Foto: Wieck Foto: Wieck

Am Dienstagmittag hat die Nachricht der Saarbrücker Zeitung, dass sich Kuranyi in dieser Woche beim 1. FC Saarbrücken fit halten würde, für ein deutschlandweites Medienecho gesorgt. "Es war beeindruckend, wie schnell sich das verbreitet hat", fand auch der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler selbst. Dabei wollte man seinen Trainingsaufenthalt im Saarland gar nicht an die große Glocke hängen. "Kevin hat bei uns angefragt, aber gleichzeitig darum gebeten, dass wir es von unserer Seite nicht veröffentlichen", erklärte FCS-Abteilungsleiter Profisport, Milan Sasic.

Publik wurde es trotzdem - und zwar rasend schnell. Fast 1000 Zuschauer waren am Abend zum Benefizspiel gegen Borussia Neunkirchen ins Ellenfeldstadion gekommen. Und für viele Besucher war Kuranyi fast interessanter als der 5:0 (3:0)-Erfolg des Regionalligisten. Der Stürmer saß in Zivil auf der Tribüne, lächelte bereitwillig in Kameras und Mobiltelefone, gab unzählige Autogramme, war für jedes Gespräch offen. Fast schien es, als ob der 33-Jährige den Rummel ein wenig genoss. "Ich habe immer versucht, ganz normal zu bleiben", sagte der Ex-Schalker und kritzelte seinen Namen auf das nächste Stück Papier, das ihm hingehalten wurde: "Es ist schon schön, dass sich so viele Menschen für einen interessieren."

Noch bis Freitag wird Kuranyi beim FCS gastieren und für mehr Trainingszuschauer als sonst sorgen. Gestern waren etwa am Vormittag 30 bis 40 Schaulustige da, wo es sonst höchstens mal drei oder vier sind. Kuranyi erfüllt auch hier geduldig die Wünsche, Arroganz oder Überheblichkeit lässt er nicht im Ansatz erkennen,

Er wohnt dieser Tage bei seinem Jugendfreund und Schwager Felix Luz, der den Kontakt hergestellt hatte. "Dann geht es wieder nach Moskau, den Umzug zurück nach Deutschland organisieren", nannte Kuranyi die nächsten Pläne: "Fünf Jahre Russland waren eine tolle Zeit. Ich habe ein fremdes Land und eine andere Mentalität kennen gelernt." Dass man zu Auswärtsspielen stundenlange Flüge in Kauf nehmen musste, hat ihn wenig gestört: "Es gibt auch viele Vereine in Moskau, da waren die Fahrten nicht schlimm."

Dass der in Rio de Janeiro geborene Kuranyi zunächst in seine eigentliche Heimat, ins Schwabenland, zurückkehrt, ist sicher - auch dass er gerne wieder in der Bundesliga spielen würde, ist klar. Für wen, ließ er offen, aber vielleicht entscheidet auch das sich in den Tagen in Saarbrücken.