| 21:14 Uhr

2. Fußball-Bundesliga
Entwarnung und neue Unsicherheiten

FCK-Trainer Jeff Strasser gibt im Spiel gegen Darmstadt Anweisungen, kurz darauf wird er wegen Herzproblemen ins Krankenhaus gebracht.
FCK-Trainer Jeff Strasser gibt im Spiel gegen Darmstadt Anweisungen, kurz darauf wird er wegen Herzproblemen ins Krankenhaus gebracht. FOTO: Thomas Frey / dpa
Kaiserslautern. Jeff Strasser, dem Trainer des 1. FC Kaiserslautern, geht es besser. Ob und wann er zurückkommt, ist aber offen.

Auch gestern erreichten Genesungswünsche aus der ganzen Republik die Pfalz. Nahezu alle Proficlubs und viele Promis von Horst Eckel bis Michael Ballack waren in Gedanken bei Jeff Strasser. Die aufmunternden Worte via Twitter, Mail und WhatsApp verfehlten ihre Wirkung nicht: Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern befand sich einen Tag nach seinen gesundheitlichen Problemen, die Anlass zu größter Sorge gegeben hatten, auf dem Weg der Besserung.


Die Befürchtung, wonach der 43-Jährige möglicherweise einen Herzinfarkt erlitten habe, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Ein Mitglied der Clubführung sagte, dass es Strasser besser gehe und sein Zustand nicht kritisch sei. „Nach ersten Untersuchungen im Krankenhaus in Darmstadt kann ein Herzinfarkt bei Jeff Strasser ausgeschlossen werden. Im Laufe des Tages erfolgen weitere kardiologische Untersuchungen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können“, ließ der FCK gestern offiziell wissen.

Ob und wann Strasser die Geschicke des stark abstiegsbedrohten Zweitligisten wieder bestimmen kann, ist allerdings offen. Gestern leitete Assistent Alexander Bugera das Training. Wer beim Heimspiel des FCK gegen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf morgen Mittag (13 Uhr) als Cheftrainer auf der Bank sitzen wird, steht noch nicht fest.

Strasser hatte in der Halbzeitpause des richtungsweisenden Punktspiels bei Darmstadt 98 am Mittwochabend über Herzprobleme geklagt. Daraufhin wurde der Luxemburger mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Auf der Fahrt war Strasser bei Bewusstsein und ansprechbar. Schon kurz darauf teilte der Club mit, dass Strasser nicht in Lebensgefahr schwebe. Schiedsrichter Bastian Dankert brach die Partie beim Stand von 0:0 ab. Im Stadion gab es daraufhin Strasser-Sprechchöre. Die Fans beider Lager sangen „You‘ll never walk alone“. Einen Termin für das nötige Wiederholungsspiel hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) noch nicht bekannt gegeben.

Einen Tag nach dem Spiel machten die Roten Teufel die Verpflichtung von Martin Bader als Sportvorstand offiziell. Der 49-Jährige war im März 2017 beim Bundesligisten Hannover 96 beurlaubt worden. "Bei meinen Besuchen auf dem Betzenberg hatten wir immer sehr großen Respekt vor der Aufgabe. Diesen Respekt müssen wir uns wieder erarbeiten", erklärte Bader: "Das Wichtigste zum jetzigen Zeitpunkt ist aber, dass unser Cheftrainer Jeff Strasser wieder gesund wird."



Damit ist die Neuordnung an der Clubspitze nach knapp zwei Monaten abgeschlossen. Anfang Dezember wurde ein neuer Aufsichtsrat mit Patrick Banf an der Spitze gewählt. Kurz darauf trennte sich der FCK von seinem Vorstandsvorsitzenden Thomas Gries, mit dessen Arbeit das Gremium nicht zufrieden war. Bader findet beim viermaligen Meister zahlreiche Baustellen vor. So ist noch längst nicht sicher, ob der chronisch klamme Club im Fall des Abstiegs die 3. Liga überhaupt stemmen kann. Auch der Gang in die Regionalliga Südwest ist möglich.

Für Kopfschütteln sorgte zuletzt die Meldung, wonach die Stadt quasi eine „FCK-Steuer“ einführen muss. Sollte der Club weniger Pacht für das Fritz-Walter-Stadion zahlen, entstünde bei der stadteigene Stadiongesellschaft ein Fehlbetrag. Diesen muss die Stadt ausgleichen, indem sie im Gegenzug die Grundsteuer erhöht. Mit 525 Prozent wäre der Hebesatz für Kaiserslautern der höchste in Rheinland-Pfalz. Die Kosten für Unterhalt, Miete und Spielbetrieb im Stadion summieren sich auf rund zehn Millionen Euro pro Saison, schreibt der SWR.

Martin Bader wird neuer Vorstands-Chef beim FCK.
Martin Bader wird neuer Vorstands-Chef beim FCK. FOTO: Sebastian Gollnow / dpa