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Hallenmasters in Saarbrücken
Titel-Hoffnung dank Ballermann Krauß

Matthias Krauß (links) setzt zum Torschuss an – und da landet der Ball am Ende nicht selten im gegnerischen Tor. Der Angreifer des VfB Dillingen ist der wohl beste Hallenspieler in diesem Winter gewesen.
Matthias Krauß (links) setzt zum Torschuss an – und da landet der Ball am Ende nicht selten im gegnerischen Tor. Der Angreifer des VfB Dillingen ist der wohl beste Hallenspieler in diesem Winter gewesen. FOTO: Achim Thiel / Thiel Achim
Saarbrücken. Der VfB Dillingen ist der Geheimfavorit beim Hallenmasters am Sonntag in der Saarlandhalle. Das liegt vor allem an einem Stürmer. Von Philipp Semmler

Francesco Schifino, seit Ende Dezember 2017 Co-Trainer des Fußball-Saarlandligisten VfB Dillingen, konnte es nicht fassen. „Das ist doch Wahnsinn“, erklärte der 39-Jährige am vergangenen Sonntag kopfschüttelnd und grinsend zugleich, als Matthias Krauß mal wieder zugeschlagen hatte.


Beim Masters-Qualifikations-Turnier der SSV Pachten war dem Angreifer im Viertelfinale gegen den VfB Gisingen (7:1) sein 30. Turnier-Treffer gelungen. Durch den Erfolg gegen Gisingen holte der VfB, der das Turnier später gewann, die letzten nötigen Zähler für die Masters-Qualifikation. Krauß hatte am Ende der Veranstaltung 34 Treffer (!) auf dem Konto – und durfte sich wieder mal über den Titel des Torschützenkönigs freuen. Schon eine Woche zuvor hatte der Polizei-Beamte beim Turnier des SV Hülzweiler die Torjäger-Kanone geholt – dort aber mit „nur“ 24 Treffern.

Wie oft genau Krauß die gegnerischen Torhüter in diesem Winter bezwungen hat, weiß er selbst nicht so genau. „Ich schätze, dass es so zwischen 80 und 90 Tore waren.“ Damit traf der antrittsschnelle Angreifer deutlich öfter als in der vergangenen Hallenrunde. „Es ist einfach gut gelaufen. Ich habe die Dinger aber auch immer gut aufgelegt bekommen“, erklärt der aus Holz stammende und mittlerweile in Quierschied lebende Stürmer des VfB.

Auch dank des guten Laufs von Krauß fährt der VfB an diesem Sonntag zum dritten Mal nach 1997 und 2017 zum Masters. Und auch dort setzen die Hüttenstädter voll auf „Attacke“. „Selbst die meisten Spieler unseres Hallen-Teams, die hinten spielen, wie Murat Anlamaz, Andrej Rupps oder Joshua Velten, sind eigentlich Offensiv-Akteure“, sagt Krauß: „Tore schießen wir also eigentlich immer.“

Im vergangenen Jahr wurde Dillingen beim Masters überraschend Dritter. Im „kleinen Finale“ setzte sich der VfB in einer spektakulären – und natürlich torreichen – Partie mit 9:7 nach Verlängerung gegen Oberligist SV Saar 05 Saarbrücken durch. Zuvor hatten die Schwarz-Weißen in der Vorrunde Titelverteidiger FV Diefflen aus dem Turnier gekegelt.



„Wir haben jetzt eine stärkere Mannschaft als damals“, sagt Krauß. Also ist für seine Dillinger  dieses Mal mehr als Rang drei drin? Da bleibt Krauß vorsichtig: „Normalerweise haben Wiesbach und Völklingen die besten Mannschaften. Wenn wir konzentriert spielen, können aber auch wir weit kommen.“

Nach dem Masters gilt beim VfB Dillingen wieder die volle Konzentration der Feldrunde. Spannend wird die Frage sein, wie der jüngste Trainer der Saarlandliga-Geschichte einschlägt. Nach dem Rücktritt von Oliver Dillinger Anfang Dezember 2017 präsentierte der Club kurz vor Weihnachten den 23-jährigen Daniel Kiefer als Nachfolger (die SZ berichtete). In der Hallenrunde hielt sich Kiefer noch zurück. Da coachten Angreifer Anlamaz und Kapitän Jannick Theobald das Team.

Seit dem Vorbereitungs-Start am Montag vor einer Woche ist Kiefer aber voll eingestiegen. Krauß glaubt, dass Dillingen mit ihm einen guten Fang gemacht hat. „Daniel war ja schon als Athletik-Trainer aktiv und hat da einen guten Job gemacht. Deshalb war es auch der Wunsch der Mannschaft, dass er Trainer wird“, sagt der 25-Jährige: „Wenn man in der Junioren-Bundesliga in einem Trainer-Team war, muss man was auf dem Kasten haben.“ In der Saison 2016/2017 war Kiefer Co-Trainer unter Gunther Metz beim U19-Erstligisten 1. FC Kaiserslautern.