Doberstein klettert auf Weltranglisten-Platz 26

Saarbrücken · Die nächste Hürde auf dem Weg zu einem WM-Kampf hat Jürgen Doberstein genommen. Er ist WBA-Intercontinental-Meister – und wartet nun auf seinen nächsten Gegner. Fest steht: Der nächste Kampf ist in den USA.

 Hat einen WM-Kampf im Auge: Jürgen Doberstein. Foto: Schlichter

Hat einen WM-Kampf im Auge: Jürgen Doberstein. Foto: Schlichter

Foto: Schlichter

Box-Profi Jürgen Doberstein hat sich am Samstag den Titel des WBA-Intercontinental-Meisters geholt - und damit in der Weltrangliste nach vorne geboxt. Der Kleinblittersdorfer besiegte in der Saarbrücker Saarlandhalle den Argentinier Ruben Eduardo Acosta einstimmig nach Punkten (wir berichteten). Der Supermittelgewichts-Titel war vakant, weil Martin Murray gegen Arthur Abraham um die Weltmeisterschaft boxte - und verlor. Der Brite hatte wegen des WM-Kampfes den rangniederen Gürtel des Intercontinental-Meisters niederlegen müssen. Diesen trägt nun Doberstein - und wartet auf Herausforderer. "Der nächste Gegner steht noch nicht fest", sagt Anja Marx vom Doberstein-Management. Das werde wohl erst 2016 der Fall sein.

Bereits jetzt ist Doberstein in der Weltrangliste gestiegen - um 15 Plätze. Nach dem Sieg gegen Weltranglisten-51. Acosta wird er auf Rang 26 geführt. Marx erklärt, dass die Verbände WBO und IBF, "bei denen er ja jeweils in den Top 15 ist", ihn hoch setzen wollten. Und im Verband WBA, dessen Intercontinental-Titel sich Doberstein jetzt holte, rechnet sie "mit einer Listung unter den Top 10".

Egal, wo er stehen wird: Doberstein wird im März in den USA kämpfen, wo er ab Januar wieder bei Pedro Luis Diaz in Miami trainieren wird. Möglich wird der Kampf durch die Kooperation mit dem Boxstall des ehemaligen Baseball-Profis Andrew Perez. "Es wird die erste Veranstaltung in Kooperation mit der Doberstein Promotion sein. Wir werden etwa acht Kämpfe haben und wollen eine professionelle Veranstaltung auf die Beine stellen. Wie groß sie wird, können wir noch nicht sagen", erklärt der 47-Jährige. Wie kommt es, dass ein früherer Baseball-Profi ins Box-Geschäft gewechselt ist? "2006 war ich in Mexiko. Ich war erschrocken über Armut und Kriminalität in manchen Vierteln. Da Baseball dort nicht möglich war, habe ich ein Trainingscenter für Boxer gebaut. Ziel war, Jungs von der Straße zu holen, weg von Drogen und hin zum Sport. Heute trainieren dort mehr als 50 Boxer . Für einige habe ich das Management übernommen", erzählt Perez, der Doberstein über seinen Freund Diaz kennen gelernt hat - und über den Saarländer sagt: "Ich unterstütze ihn gerne. Meine Familie kommt aus Deutschland, aus Rheinland Pfalz."