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Die neue Kampfmaschine aus Russland

Die neue Kampfmaschine aus Russland

Die Ringer des KSV Köllerbach haben einen Doppelkampftag vor der Brust. Im Heimkampf gegen Adelhausen am Samstag und beim VfK Schifferstadt am Montag setzt der Bundesligist wieder auf Neuzugang Dauren Kurugliev.

Donnerstag, kurz nach 18 Uhr in der Kyllberghalle in Köllerbach. Der Ringer-Kindergarten und Teile der ringerischen Zukunft des KSV Köllerbach trainieren - ein geordnetes Gewimmel in der Halle. "So haben Timo Badusch und Jan Fischer auch angefangen", sagt der KSV-Vorsitzende Hilmar Rehlinger stolz. Dass es in der Ringer-Bundesliga nicht nur mit Eigengewächsen geht, ist klar. Umso schöner, wenn sich Weltklasse einfach integriert.

Neuzugang Dauren Kurugliev übt mit einem kleinen Mädchen - und das, obwohl der 86-Kilo-Freistilringer kein Wort deutsch spricht. "Das macht doch nichts, wir betreiben den gleichen Sport, da versteht man sich ohne Worte", sagt der Russe später. Wie der Aktive mit den Talenten des KSV umgeht, unterstreicht seine exzellente Ausbildung. Vor wenigen Wochen hat er sein Diplom als Sportlehrer erhalten.

Geboren wurde Kurugliev am 12. September 1992 in Makhachkala in der russischen Provinz Dagestan. Der Zentralkaukasus ist bei uns eher als "Unruheprovinz" bekannt. "Das sind ein paar Banditen in den Bergen, in den Städten ist das Leben normal", erzählt Kurugliev von seiner Heimat: "Bei uns ist Ringen Volkssport und gute Ringer Topstars."

Kurugliev - das ist im russischen Ringen eine Marke. Großvater Magomed nahm an drei Olympischen Spielen teil, wurde Dritter bei Weltmeisterschaften. "Die Leistungsdichte ist bei uns enorm. Neben dem Sieger gibt es immer vier oder fünf Ringer , die mindestens gleichwertig sind", sagt Kurugliev: "Darum ist es auch so schwer, in die russische Mannschaft zu kommen. Aber natürlich ist auch mein Ziel die WM und Olympia." Ob mit Russland oder nach dem Wechsel in eine andere Nation - wie zahlreiche Spitzenringer zuvor - lässt der 23-Jährige offen.

2011 wurde er russischer Juniorenmeister. 2015 sorgte er international für Aufsehen, als er beim Weltcup in den USA alle Kämpfe für sich entscheiden konnte. Gegen Weingarten ging er erstmals für den KSV Köllerbach in der Ringer-Bundesliga auf die Matte. "Das kannte ich so nicht. Ich war aufgeregt, aber das Publikum in Köllerbach ist der Wahnsinn. Sie haben mich nach vorne gepeitscht." Mit 11:0 schickte er den Weingartener Ahmed Dudarov nach Hause. 8:0 hieß es eine Woche später gegen den Mainzer Konstantin Völk. Dabei ringt Kurugliev im Stand ebenso stark wie in der Bodenlage. Vor allem seine blitzartigen Angriffe auf die Beine lassen dem Gegner wenig Abwehrmöglichkeiten.

1,78 Meter groß, 85,8 Kilo schwer - auf der Matte ist der Russe eine Kampfmaschine. Und daneben? "Ich bin ein normaler Junge", sagt er. An diesem Wochenende lässt er aber wieder die Maschine raus - im Heimkampf morgen um 19.30 Uhr (Kyllberghalle) gegen den TuS Adelhausen und am Montag um 15 Uhr beim VfK Schifferstadt.