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Frauenfußball
Der Saarländische Fußball-Verband ist nun am Zug

Elversberg. Die SV Elversberg will Frauenfußball im Verein etablieren und möchte die Abteilung des SV Göttelborn übernehmen.

Diversen Medienberichten zufolge hat der Saarländische Fußballverband (SFV) in der vergangenen Woche der SV Elversberg eine Absage erteilt, was die geplante Übernahme der Frauenfußball-Abteilung des SV Göttelborn angeht. Die SV Elversberg dementierte diese Medienberichte jedoch am Samstagnachmittag. „Entgegen den Berichten gibt es von Seiten des Verbandes keine Ablehnung dieses Antrags. Wie der Verband der SVE am Freitagabend mitgeteilt hat, wurde das Thema auf die nächste Vorstandssitzung des SFV vertagt. Es werde noch Zeit benötigt, um zu prüfen“, heißt es in einer Mitteilung der SVE.


Die Saarbrücker Zeitung hat mit dem Präsidenten des SFV, Franz Josef Schumann geredet, um die Sache aufzuklären. Fakt ist: Die SV Elversberg hat großes Interesse daran, Frauenfußball im Verein zu etablieren. Um nicht ganz bei „Null“ anfangen zu müssen, fragte die SVE im vergangenen Jahr beim SV Göttelborn nach, ob sie die komplette Damen-Fußballabteilung des Vereins übernehmen könne. Die Göttelborner Mädels sind derzeit klarer Tabellenführer und steigen wohl in die Verbandsliga, die höchste saarländische Liga, auf. Beide Vereine hatten sich bereits auf eine Übernahme geeinigt.

Auf der Vorstandssitzung des SFV am vergangenen Donnerstag herrschte keine Einigkeit darüber, welche Entscheidung gefällt werden soll. Einige Mitglieder waren dafür, andere wiederum dagegen. In den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes steht, dass ein Verein durchaus eine komplette Abteilung eines anderen Vereins übernehmen darf. „Wir haben in unseren Landesstatuten aber nicht stehen, ob der Verein dann auch das Spielrecht in der höchsten Klasse übernehmen darf, also in diesem Fall in der Verbandsliga, falls die Göttelborner aufsteigen“, erklärt Franz Josef Schumann. Vor zwei Jahren hatte beispielsweise die DJK Saarwellingen die Frauen-Abteilung des SSV Saarlouis übernommen – und gleichzeitig auch das Spielrecht erhalten. „Das haben wir damals etwas salopp entschieden und dachten nicht daran, dass es so einen Fall so schnell wieder geben könnte“, sagt der SFV-Präsident.

Im Jahr 1997 übernahm der 1. FC Saarbrücken die Frauen-Abteilung des VfR Saarbrücken und ebenfalls das Spielrecht. Nur im vergangenen Jahr, als die Herren-Abteilung des 1. FC Saarbrücken zur Wiedergründung einer zweiten Mannschaft nur das Spielrecht der DJK Bildstock in der Saarlandliga kaufen wollte, sagte der SFV Nein. Der FCS hatte damals aber nicht die Absicht, eine ganze Abteilung zu übernehmen. „Wir müssen diese Fälle einfach noch genauer prüfen. Wir haben uns am Donnerstag ein erstes Mal beraten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, so Franz Josef Schumann: „Wir werden diese Übernahmegeschichte auf unserem Verbandstag im Mai oder Juni auf die Tagesordnung bringen und dann endgültig Klarheit schaffen, wie wir in Zukunft mit solchen Geschichten umgehen. Spätestens dann wird auch eine Entscheidung bezüglich Göttelborn und Elversberg getroffen.“