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Spannende Zeiten beim SV Göttelborn
Das Masters, der Aufstieg, und der Wechsel zur SVE

Göttelborn. Der SV Göttelborn spielt wieder beim Endturnier mit. Es könnte das letzte Mal sein. Die SV Elversberg will die Abteilung übernehmen. Von Heiko Lehmann

Die T-Shirts sind gedruckt. Der ganze Ort ist animiert.  Und die Herrenmannschaften des SV Göttelborn stehen als Fangemeinschaft in den Startlöchern. An diesem Sonntag um 14 Uhr beginnt in der Multifunktionssporthalle der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken das Masters-Finale der Frauen. Mit dabei ist der Landesligist Göttelborn, der sich wie im Vorjahr überraschend für das Endturnier der besten achten saarländischen Hallenmannschaften qualifizieren konnte.


„Die Qualifikation war eigentlich nicht unser Ziel. Wir wollten uns bei den Hallenturnieren nur gut präsentieren. Umso glücklicher sind wir, dass es geklappt hat“, sagt Trainer Markus Plein. Mit dem vierten Platz am letzten Qualifikationswochenende beim Turnier in Homburg machten die Göttelbornerinnen das Masters-Ticket klar.

Während das Erreichen des Endturniers bereits eine Überraschung war, wäre das Überstehen der Gruppenphase eine kleine Sensation. Gegner sind die Regionalligisten 1. FC Saarbrücken II und DJK Saarwellingen sowie  Verbandsligist SV Bliesmengen-Bolchen. „Mit machen uns keinen Stress mit dieser Auslosung. Wir fahren zum Masters und wollen uns gut präsentieren“, sagt Trainer Plein.



Im Hinterkopf ist ohnehin ein anderes Ziel. Der SV Göttelborn gewann in der Landesliga-runde alle zwölf Spiele. Das Torverhältnis: 40:4. „Wir wollen Meister werden und in die Verbandsliga aufsteigen. Das ist unser großes Ziel in dieser Saison. Die Hallenrunde war sehr schön und jetzt schon ein toller Erfolg für uns“, sagt Plein, der weiß, warum seine Mannschaft so gut funktioniert: „Von 21 Spielerinnen in unserem Kader sind im Schnitt 18 in jedem Training und sie geben immer Vollgas. Als Trainer bist du einfach nur stolz, wenn du solch eine Mannschaft trainieren darfst.“

Gut möglich, dass es die letzte Saison der Frauenmannschaft beim SV Göttelborn ist. Die SV Elversberg will Frauenfußball bei sich etablieren und möchte die Abteilung des SV Göttelborn übernehmen.

„Mit dem Gedanken der Gründung einer Frauenfußball-Abteilung haben wir uns schon seit geraumer Zeit beschäftigt, da sie sehr gut in unsere Ausrichtung und in die strategische Weiterentwicklung als Gesamtverein passt. Die organisatorischen und strukturellen Themen, auch in Bezug auf weitere betroffene Vereine, sind noch in Planung und nicht final und spruchreif abgeschlossen“, hieß es lediglich von Seiten der SVE auf SZ-Anfrage.

Dagegen sagte Göttelborns Vorsitzender Horst Zimmer:  „Das ist ja kein Geheimnis. Beide Vereine haben die Bereitschaft signalisiert, dass die Übernahme der Mannschaft durch die SVE möglich ist. Jetzt muss von Verbandsseite geprüft werden, ob dies überhaupt machbar ist. Erst danach können wir sagen, wie es weiter geht.“

Der Saarländische Fußball-Verband (SFV) hat das Thema SV Göttelborn und SV Elversberg am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung einer Sitzung. „Es gibt in der DFB-Spielordnung einen Passus, der erlaubt, dass eine gesamte Abteilung den Verein wechseln darf. Das ist im übrigen auch schon öfters praktiziert worden“, erklärt Adalbert Strauß, der Vorsitzende des SFV-Spielausschusses. Jüngstes Beispiel ist der Wechsel der Frauenfußball-Abteilung vom SSV Saarlouis zur DJK Saarwellingen vor zwei Jahren. Die DJK Saarwellingen ist am Sonntag auch beim Masters-Endturnier an der Hermann-Neuberger-Sportschule dabei. Im Jahr 1997 wechselte die damals erfolgreiche Frauenabteilung des VfR Saarbrücken geschlossen zum 1. FC Saarbrücken.