| 21:01 Uhr

Olympische Winterspiele in Südkorea
Nur Ledecka ist zu stark für die deutschen Snowboard-Mädels

Pyeongchang. Für Selina Jörg war es der krönende Abschluss ihrer olympischen Karriere, für Ramona Hofmeister der imponierende Auftakt einer womöglich glorreichen Zukunft. Mit Silber und Bronze im Parallel-Riesenslalom von Pyeongchang feierten die beiden Snowboarderinnen ihren jeweils größten Erfolg, holten die beiden einzigen deutschen Medaillen für ihren Verband – und feierten. Im deutschen Haus führte Hofmeister am frühen Sonntagmorgen eine Polonaise an, Jörg tanzte befreit auf der Bühne.

Für Selina Jörg war es der krönende Abschluss ihrer olympischen Karriere, für Ramona Hofmeister der imponierende Auftakt einer womöglich glorreichen Zukunft. Mit Silber und Bronze im Parallel-Riesenslalom von Pyeongchang feierten die beiden Snowboarderinnen ihren jeweils größten Erfolg, holten die beiden einzigen deutschen Medaillen für ihren Verband – und feierten. Im deutschen Haus führte Hofmeister am frühen Sonntagmorgen eine Polonaise an, Jörg tanzte befreit auf der Bühne.


Für die 30-Jährige war der Coup in ihrem letzten olympischen Rennen nach vierten Plätzen bei Olympia 2010 und der Weltmeisterschaft 2015 eine besondere Genugtuung. „Die Silbermedaille ist wie Gold für mich“, sagte die Sonthofenerin. „Mir fällt so ein Druck von den Schultern, weil ich es geschafft habe, den Fluch der vierten Plätze zu besiegen.“

Nur die tschechische Dominatorin Ledecka, die nach Gold im Super-G mit ihrem zweiten Olympiasieg Geschichte schrieb, weil sie als Erste Olympische Medaillen im Ski alpin und im Snowboard gewann, konnten die Deutschen nicht toppen. Doch am letzten Wettkampftag im Phoenix Snowpark bescherten sie Snowboard-Deutschland doch noch die angestrebten zwei Medaillen. Schon in Sotschi 2014 waren zum Finale im Parallel-Slalom zwei deutsche Damen zu Podestplätzen gefahren.

Jörg hatte schon vor dem Rennen am Abend den Tränen nahe in ihrem Bett gelegen. Ihre Snowboard-Freundin Amelie Kober, zweimalige Medaillengewinnerin bei Olympia und nach einer Verletzung nicht für Pyeongchang qualifiziert, hatte ihr aus der Heimat eine Nachricht geschrieben, wie sehr sie einen Podiumsplatz verdient habe. „Ich dachte mir: Boah, ich muss es jetzt einfach irgendwie schaffen“, schilderte Jörg. Vor acht Jahren hatte sie ein Sturz im kleinen Finale noch Bronze gekostet.

Die beiden Medaillengewinnerinnen stehen für die zwei Generationen im deutschen Raceboarder-Team, die sich in diesem Winter angetrieben und einen Konkurrenzkampf um die Olympia-Tickets geliefert haben. Bei den nächsten Winterspielen in Peking 2022 mit dann 34 Jahren will Jörg wohl nicht mehr antreten, Hofmeister dürfte dann die nächste Chance auf Gold bekommen. Nach einem Weltcupsieg und drei weiteren Podestplätzen in dieser Saison war sie für Olympia noch stärker eingeschätzt worden als Jörg.



In Zukunft will die Bischofswiesenerin die Dominanz der momentan überragenden Ledecka angreifen. „Wenn die Ester weiß, vor wem sie den Hut ziehen muss, dann ist das die Ramona. Die Ramona weiß genau, wie man sie packen kann“, sagte Hanns-Michael Hölz, Präsident des Snowboard-Verbandes Deutschland. Als Einzige hatte die 21-Jährige die Tschechin in diesem Winter besiegen können, musste sich der Doppel-Olympiasiegerin im Halbfinale aber ebenso geschlagen geben wie Jörg im Finale. „Die Farbe der Medaille ist mir gerade egal“, sagte Hofmeister.