Der Neue schlägt ein

Äußerst bescheiden gibt sich der Mittelfeldspieler Jeff Gyasi nach dem Sieg der SV Elversberg gegen den 1. FC Saarbrücken. Dabei trat der Neuzugang der SVE mit Wurzeln in Ghana vor allem im Zweikampf besonders stark auf.

Gerade einmal zwei Tage stand Jeff Gyasi am vergangenen Samstag beim Fußball-Drittligisten SV Elversberg unter Vertrag. Und dann stieg das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken. Gyasi war als defensiver Mittelfeldspieler einer der Stärksten auf dem Platz, gewann fast alle Zweikämpfe und leitete beim 3:1-Sieg der SVE sogar den 1:0-Führungstreffer durch Milad Salem ein. "Das war Glück. Ich bin eher der Abräumer vor der Abwehr. Die Aufgabe war, nach einem erfolgreichen Zweikampf die Bälle diagonal nach vorne zu schlagen. In dieser Situation kam der Ball eben an", sagt der 25-Jährige mit einem Schmunzeln.

Dass Gyasi vor dem Diagonalball zwei Gegenspieler in einer Aktion ausgespielt hatte, will er nicht überbewerten. "Das gehört dazu", sagt der 1,90 Meter-Mann, der in der 86. Minute mit Wadenkrämpfen ausgewechselt wurde. "Drei Tage vorher war ich bei Hessen Kassel (Regionalliga Südwest, Anm. d. Red.) im Probetraining. Ich musste neun Kilometer laufen und danach noch in einem Testspiel mitmachen. Dann kamen die Trainingseinheiten in Elversberg, dann das Derby. Das war alles ein bisschen viel", erklärt der SVE-Neuzugang. Hessen Kassel wollte Gyasi - und dann stand plötzlich die SV Elversberg mit einem Angebot vor der Tür. Sein Vertrag läuft bis Saisonende.

Im Prestige-Duell mit dem 1. FC Saarbrücken war Gyasi einer der besten Akteure auf dem Platz - obwohl er in dieser Saison bei keinem Spiel in der 3. Liga zum Einsatz kam. Und wieso ist so jemand dann auf Anhieb so präsent? "Für Oberhausen und Wehen Wiesbaden habe ich insgesamt schon mehr als 50 Drittligaspiele bestritten. Dann fiel ich sieben Monate mit einer Hüftverletzung aus." In Elversberg sei er aufgenommen worden "wie selten zuvor", erzählt der gelernte Einzelhandelskaufmann. Und was ist anders in Elversberg? "Unter den Jungs fühlte ich mich sofort heimisch und als Teil einer Familie. Ich hatte noch keinen Trainer wie Dietmar Hirsch, der mir so genau erklärt hat, was ich auf dem Platz zu tun habe", lobt Gyasi seine neue Mannschaft und den Übungsleiter.

Zur Zeit wohnt Gyasi, dessen Eltern aus Ghana stammen, noch in einem Hotel. Die Suche nach einer Wohnung hat allerdings schon begonnen. Und was sind die nächsten Ziele neben der erfolgreichen Wohnungssuche? "Drei Punkte am Samstag bei den Stuttgarter Kickers. Wir haben zwar das Derby gewonnen, aber wir sind immer noch im Abstiegskampf. Und das wird auch in den nächsten Wochen nicht anders sein. Aber ich will auch in der neuen Saison mit der SVE in der 3. Liga spielen", sagt der Abräumer Jeff Gyasi.

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