1. Saarland

Ziel des Plans: Wildwuchs von Windrädern verhindern

Ziel des Plans: Wildwuchs von Windrädern verhindern

Nonnweiler. "Grundsätzlich sind wir für Windkraft . . ." Nicht nur dieser Einstieg des SPD-Fraktionsvorsitzenden Erwin Scherer ins Thema Windvorrangflächen macht deutlich, dass sich der Nonnweiler Gemeinderat mit der Zustimmung zum neuen Flächennutzungsplan "Windvorrangflächen" sichtlich schwer tat

Nonnweiler. "Grundsätzlich sind wir für Windkraft . . ." Nicht nur dieser Einstieg des SPD-Fraktionsvorsitzenden Erwin Scherer ins Thema Windvorrangflächen macht deutlich, dass sich der Nonnweiler Gemeinderat mit der Zustimmung zum neuen Flächennutzungsplan "Windvorrangflächen" sichtlich schwer tat. Dieser Entwurf, den der Rat bei einer Gegenstimme, Alfred Schmitt, und fünf Enthaltungen absegnete, sieht in der Gemeinde 14 Gebiete (wie berichtet) für Windkraftanlagen vor. Besonders betroffen sind Primstal, Nonnweiler und Sitzerath.Um Wildwuchs zu vermeiden, müsse die Gemeinde Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausweisen, erklärte Bürgermeister Franz-Josef Barth. Mit dem Entwurf liege ein "nachvollziehbares und schlüssiges Konzept" vor, das unter Berücksichtigung aller Belage erstellt worden und auch "gerichtsfest" sei. Nur so sei sicherzustellen, dass nur auf den dafür vorgesehen Flächen, Windkraftanlagen gebaut würden.

Entschieden gegen den Entwurf wandte sich der Sitzerather Ortsvorsteher Alfred Schmitt (CDU). Er befürchtet, dass sein Heimatort von der Fülle an Windrädern erdrückt werden könne. Bereits jetzt stehen auf Sitzerather Bann drei Anlagen. Entsprechend dem vorliegenden Entwurf könnten auf den drei ausgewiesenen Flächen 13 weitere hinzukommen. Und damit nicht genug. Die Nachbargemeinden Wadern, Grimburg und Gusenburg planten an der Grenze zu Sitzerath ebenfalls Anlagen mit einer Narbenhöhe von bis zu 150 Metern (Kölner Dom 157 Meter). Von bis zu 20 Windrädern könne Sitzerath vom Westen bis zum Nordosten "eingegrenzt, belastet, behindert und durch Schattenwurf und Geräuschemissionen" beeinträchtigt werden. Das ist nicht mehr Ökologie, das ist Irrsinn. Diesen Irrsinn darf die Gemeinde Nonnweiler nicht zulassen", kämpfte Schmitt für seinen Ortsteil. In dem jetzt anstehenden Bebauungsplanverfahren müsse die Gemeinde alle Möglichkeiten für Einschränkungen ausschöpfen.

Wie Schmitt bemängelte auch Rainer Peter (CDU), dass der Abstand zu den Wohnhäusern von 1000 auf 800 Meter verringert wurde. Zu Brutplätzen von Rotmilan, Uhu oder Haselhuhn sei ein Abstand von 1000 Meter vorgeschrieben, zu dem eines Schwarzstorches gar 3000 Meter. Als Skandal bezeichnete Schmitt diese Vorgaben, die den Schutz der Menschen hintanstellten.

Der Nonnweiler Ortsrat habe einstimmig beschlossen, die Fläche in der Nähe des Stausees nicht zu akzeptieren, dort werde der Tourismus zu sehr gestört, erklärte Winfried Scherer (SPD). Deshalb werde er sich in der Abstimmung der Stimme enthalten.

Nach kurzer Diskussion in der Erwin Scherer die Zustimmung der SPD-Fraktion signalisiert hatte, da der Entwurf rechtlich nicht angreifbar und Zustimmung und Ablehnung von Flächen gerichtsfest geregelt seien, ließ Barth abstimmen. ddt