Saarlandpokal: SV Hasborn spielte gegen 1. FC Saarbrücken

Fußball: SV Hasborn gegen 1. FC Saarbrücken : Sieben Minuten fehlten zur Sensation

Was war das für ein Pokalspiel: Fußball-Saarlandligist SV Hasborn hatte den Regionalligisten und Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken am Rande einer Niederlage. Nach 87 Minuten führte der SV mit 2:0 – doch am Ende gab es ein bitteres 2:3.

Bis kurz vor Schluss sah es am Mittwochabend im Hasborner Waldstadion nach einer ganz großen Sensation aus. Der gastgebende SV Hasborn führte in der vierten Runde des Fußball-Saarlandpokals gegen den zwei Klassen höher spielenden Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken vor 1200 Zuschauern mit 2:0. Doch als Schiedsrichter Giuseppe Geraci die Partie nach der verbliebenen Restspielzeit und vier Minuten Nachspielzeit beendete, gab es bei den Hausherren keine Jubelstürme, sondern entsetzte Gesichter und Frust: Verteidiger Johannes Geßner schrie seine Enttäuschung heraus, zog sich wütend das Trikot über den Kopf und ließ sich auf den Rasen fallen. Defensiv-Kollege Niko Wilhelm stand mit in die Hüften gestemmten Armen kopfschüttelnd daneben.

Was kaum einer noch für möglich gehalten hatte, war passiert. Der Favorit hatte die Partie binnen kürzester Zeit noch gedreht: Tim Golley verwandelte einen Foulelfmeter in der 88. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer für die Gäste. Exakt 120 Sekunden später führte ein Billard-Tor zum Ausgleich. Ein Kopfball von Christopher Schorsch wurde mehrfach abgefälscht und landete zum 2:2 im Netz. Zwei Minuten danach kam es noch schlimmer für die Gastgeber. Hasborns Torwart Simon Graf wehrte zunächst einen Freistoß glänzend ab, doch Manuel Zeitz schoss das Leder im Nachschuss zum 3:2 für den FCS über die Linie.

„Das ist die bitterste Niederlage meiner Karriere“, stöhnte Hasborns Martin Dausch, der vor der Saison von Saarbrücken zu den Rot-Weißen gewechselt war. Der 33-Jährige hatte zuvor das vermeintlich vorentscheidende 2:0 für seinen neuen Club erzielt. In der 73. Minute landete eine abgewehrte Ecke von Dausch wieder vor den Füßen des Mittelfeldspielers. Von der rechten Strafraumgrenze schlenzte der Routinier die Kugel daraufhin ins lange Eck.

„Martin hat die Qualität um solche Tore zu machen“, meinte der aus der Gemeinde Tholey stammende Vorsitzende des 1. FC Saarbrücken, Hans-Jörg Alt. Zum Sieg seiner Elf sagte er: „Wenn Hasborn gewonnen hätte, wäre das nicht unverdient gewesen. Ich habe in der 88. Minute nicht mehr geglaubt, dass wir uns noch in die Verlängerung retten können. Wir haben das Glück mehr als überstrapaziert.“

In der Tat war Saarlandligist Hasborn von Beginn an auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Schon in der Anfangsphase hatte der SV zwei gute Möglichkeiten durch David Quinten gehabt. Der 21-Jährige ließ zwei Mal Gegenspieler Jayson Breitenbach stehen, verzog aber vor dem Tor. „Einen davon muss ich machen“, ärgerte sich Quinten.

Seine dritte Möglichkeit nutzte der SV aber zum 1:0: Und das war sehenswert. Mike Forster zimmerte den Ball in der 33. Minute aus 25 Metern in den rechten Winkel. „Der Trainer sagt immer, wenn man nicht weiß wohin mit dem Ball soll man ihn einfach ins Tor schießen. Das habe ich gemacht“, erklärte der 31-Jährige zu seinem Traumtor und lachte. In der Analyse des Gesamt-Ergebnisses wurde Forster aber wieder ernst und sprach – wie viele seiner Teamkollegen – von einem ganz bitteren Ende. Unter die Enttäuschung mischte sich aber schnell auch Stolz. Hasborns Trainer Pascal Bach meinte: „Wir wollten maximal unangenehm sein und das haben wir geschafft.“ Der 38-Jährige ergänzte: „Die Jungs können aus dieser Partie für ihr weiteres Leben mitnehmen, dass auch gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner immer was machbar ist.“

Quinten fand :„Wir haben unser bestes Saisonspiel gezeigt. Wenn wir diese Leistung künftig in der Saarlandliga abliefern, wird es verdammt schwer, dort gegen uns zu gewinnen.“ Die nächste Aufgabe in der Liga wartet auf ihn und seine Mannschaft bereits am morgigen Samstag. Um 16 Uhr empfängt Hasborn dann Borussia Neunkirchen.